NIBIRU - DAS GEHEMINIS UM DEN ZEHNTEN PLANETEN

In diesem Special geht es um die mögliche Existenz eines zehnten Planeten, da gerade in den letzten Tagen dieses Thema einen gewaltigen Aufschwung erfahren hat und dabei viel spekuliert und wenig sachlich argumentiert wird.

Anfang 2005 ist das Computerspiel Nibiru erschienen und sorgte für einigen Wirbel. Bei diesem Adventure von den Machern von dem sehr guten Spiel Black Mirror dreht es sich um den mythologischen zehnten bzw. zwölften (inklusive Sonne und Mond) Planeten unseres Sonnensystems, der den Sumerern bekannt gewesen sein soll. Und eine Umlaufperiode von 3600 Jahren haben soll.

In vielen wenig sachlichen Büchern wird viel über die Existenz dieses Objektes geschrieben, dabei wird vor allem die Unwissenheit der meisten Menschen in Bezug auf die sumerische Kultur und die noch immer unzureichenden Kenntnisse über den äußeren Rand unseres Sonnensystems ausgenutzt. So werden in Berichten verschiedener großer Verlagshäuser über das Spiel sogar die Sumerer mit den Maya verwechselt. Nun zwischen beiden Kulturen liegen etwa 5000 Jahre Menschheitsgeschichte und grob geschätzt 8000 Kilometer Luftlinie.

Wer waren die Sumerer

Das akkadische Wort Sumer bedeutet Kulturland und Kulturbringer. Die sumerische Kultur entstand etwa 4000 v. Chr. und war die erste Zivilisation in der Menschheitsgeschichte. Die Sumerer kannten schon komplizierte Bewässerungsmethoden und entwickelten als erste die Schrift, die so genannte Keilschrift, des weiteren waren sie die ersten die das Rad und die Mathematik benutzten und prächtige Tempel, die so genannten Zikkurate, bauten. Auch das erste Epos in der Menschheitsgeschichte wurde hier geschrieben und ist auch noch heute weitestgehend in Steintafeln erhalten. Es handelt sich dabei um den Gilgamesch Epos, der neben den Heldentaten des Königs Gilgamesch auch von einer großen Sintflut, die durch die Götter verursacht wird, berichtet und frappierende Ähnlichkeit zur Sintflutgeschichte aus der Bibel hat. Außerdem kommen in der Sage um Sargon von Akkad viele Elemente vor, die auch in der Moses Geschichte Einzug erhalten haben und dies wohl gemerkt mehrere tausend Jahre, bevor die Bibel geschrieben (1000 n. Chr.)  bzw. mündlich überliefert (2000 v. Chr.) wurde. Auch die Schöpfungsgeschichte der Sumerer und das erste Buch Genesis aus der Bibel besitzen einige Gemeinsamkeiten.

Die sumerischen Siedlungen lagen zwischen dem Euphrat und Tigris auf dem Staatsgebiet des heutigen Iraks und genau hier liegt auch eine Ursache, warum heute noch zahlreiche Legenden und wenig gesicherte Fakten über diese faszinierende Kultur existieren, da archäologische Untersuchungen von Ausländern lange Zeit nicht möglich waren und die Plünderungen des Museums in Bagdad und das Aufstellen von einem amerikanischen Militärlager in der kulturellen Stadt Babylon, nicht gerade förderlich sind.

Während es über die mathematischen Fähigkeiten gesicherte Fakten gibt, bleiben die astronomischen Fähigkeiten weitestgehend im Dunklen. Lediglich aus späterer, babylonischer Zeit, gibt es schriftliche Aufzeichnungen über Sonnenfinsternisse und ähnliche Ereignisse.

Dies lässt natürlich viel Platz für Spekulationen und so gibt es ein Bild, auf dem zwei sumerische Priester und der Himmelsgott Enlil abgebildet sind. Im Hintergrund gibt es dann ein Bildnis, das man als Sonne mit 11 weiteren Objekten deuten könnte. Elf deshalb, da neben zehn Planeten ein Objekt den Mond repräsentieren soll. Und genau dieser zehnte Planet soll Nibiru sein.

  

 Mythos kontra Fakten

Da man sich heute in astronomischen Fachkreisen nicht einmal sicher ist ob Pluto ein Planet oder doch ehr ein Trans- Neptun Objekt ist, wäre die Entdeckung eines zehnten Planeten wahrlich eine Sensation.

Der Status von dem kleinen Planeten Pluto (benannt nach dem römischen Gott der Unterwelt) der im Februar 1930 von dem Amerikaner Clyde Tombaugh entdeckt wurde ist deshalb ins Wanken geraten, da man im Kuiper Gürtel, der Heimat von einer Vielzahl kleiner Eisklumpen, weitere Planetoiden wie Sedna und Quaoar entdeckt hat und es nicht ausgeschlossen ist, das man weitere Planetoiden hier findet. Da Pluto, der sogar kleiner ist als der Saturnmond Titan, anders als alle anderen Planeten unseres Sonnensystems eine Bahnneigung von 17,2° besitzt, nicht sehr massereich ist und darüber hinaus eine stark elliptische Umlaufperiode von 248 Jahren hat.

Genau werden wir es erst wissen, wenn im Januar 2006 die amerikanische New Horizons Mission startet und die Sonde aufgrund der großen Entfernung 10 Jahre später am Planeten angekommen ist. Da momentan noch nicht einmal das Hubble in der Lage ist, nähere Details von Pluto zu erspähen, dazu wird erst der Nachfolger des Hubbles das James Webb Weltraumteleskop (benannt nach dem NASA Administrator, der während des Apollo Programms arbeitete) in der Lage sein, doch auch dieses Teleskop ist erst im nächsten Jahrzehnt einsatzbereit.

Das es darüber hinaus berechtigte Spekulationen über ein mysteriöses Objekt gibt zeigt die Entdeckung des Planeten Neptun. Der achte Planet unseres Sonnensystems und der letzte der großen Gasriesen wurde von J. G. Galle entdeckt, aufgrund von Abweichungen des Planeten Uranus, die zuvor U. J. J. Leverrier berechnet hatte. Doch schon damals vermutete man, das ein weiteres massereiches Objekt die Bahn der äußeren Planeten stören könnte, da es beim Planeten Neptun eine gewisse Bahnanomalie gibt. Wer mehr darüber erfahren möchte, sollte dieses Buch lesen:  Die Akte Neptun

Und auch die Pioneer Anomalie, benannt nach der amerikanischen Sonde Pioneer 10, die sich gerade am Rand unseres Sonnensystems befindet, zeigt das nichts unmöglich zu seien scheint. Denn die Sonde wird durch eine Kraft gebremst, die eigentlich gar nicht da sein dürfte. Des weiteren wurde vor kurzem festgestellt, das auch weitere Sonden von diesem Effekt betroffen sind, so wurde auch die Galileo Sonde, die inzwischen in die Jupiteratmosphäre gestürzt ist, sehr leicht von einer unbekannten Kraft abgebremst.

Die Erklärungsversuche reichen von einer notwendigen Modifikation der Newtonschen Gravitationskonstante über die Beeinflussung durch Dunkle Materie oder Dunkle Energie zu der Existenz eines massereichen Objektes in der Oortschen Wolke (der Heimat der langperiodischen Kometen). Dabei könnte es sich sogar um einen Braunen Zwerg handeln, einen so genannten „failed star“, der nicht genug Masse besitzt, um die Inneren Kernfusionsprozesse zu zünden. Und da ein Objekt im Universum nur gesehen werden kann, wenn es Licht aussendet oder angestrahlt wird, könnte uns die Existenz dieses Objektes bislang verborgen geblieben sein. Braune Zwerge stellen eine Zwischenstufe zwischen Stern und Planet dar und besitzen folglich eine größere Masse als ein Planet, sind aber sehr leuchtschwache, dunkle Objekte.

Fazit

Ob es also einen zehnten Planeten, Braunen Zwerg oder etwas ähnliches gibt oder nicht lässt sich heutzutage nicht eindeutig beantwortet und die kürzliche Entdeckung der großen Trans- Neptun- Objekte Sedna und Quaoar zeigen, das gerade der äußere Bereich des Sonnensystems noch nicht einhergehend erforscht ist. Doch keinesfalls handelt es sich um einen Planeten, auf dem sich Leben hätte entwickeln können, da die bewohnbare Zone unseres Sonnensystems zwischen den Planeten Venus und Mars liegt und deshalb als bewohnbar gilt, da nur hier die Temperaturen flüssiges Wasser ermöglichen. Und auch wenn darüber spekuliert wird, ob es auf dem Jupitermond Europa primitive Lebensformen gibt, hängt dies damit zusammen, das dieser Mond aller Wahrscheinlichkeit nach einen salzhaltigen Ozean unter seiner dicken Eisschicht beherbergt und das es möglich ist, das Lebewesen hier nicht die Photosynthese als Energiequelle nutzen, sondern die heißen vulkanischen Quellen des Mondes, ähnlich so, wie es auf der Erde auch die Black Smoker im Mariannengraben, dem tiefsten Punkt der Erde tun.

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