|
In der letzten Zeit gab es neue aufsehenerregende Ereignisse, zum einen wurde in 90 Lichtjahren ein Planetensystem gefunden, dass Ähnlichkeit mit dem unseren aufweist und zum anderen wurde der bislang älteste Planet des Universums gefunden.
Der Methusalem unter den Sternen hat ein Alter von 13 Milliarden Jahren und existiert damit schon ein paar Milliarden Jahre länger als unser Sonnensystem, das ungefähr 4,5 Milliarden Jahre alt ist. Dieser Jupiter große Stern, der vom dem Hubble Weltraumteleskop aufgespürt wurde, hat eine außergewöhnliche Geschichte hinter sich, befinden sich in seiner Nachbarschaft doch ein ausgebrannter Stern und ein Pulsar.
Der Planet, der die 2,5 fache Masse des Jupiter hat, benötigt für einen kompletten Umlauf ein Jahrhundert und befindet sich im Kern des antiken Kugelsternhaufens M 4, 5600 Lichtjahre von uns entfernt. Er gehört zur Sternenkonstellation Skorpion.
Ein Merkmal von Kugelsternhaufen ist das Fehlen bzw. der geringe Anteil von schweren Elementen, da sie sich zu einem Zeitpunkt gebildet haben, wo das Universum noch einen Mangel davon aufwies. Denn erst bei einer Supernova Explosion eines Riesen Sterns sind die Drücke im Inneren der Sterne groß genug, auch die höheren Elemente des Periodensystems herzustellen.
Demnach dürften Kugelsternhaufen der letzte Ort sein, wo man nach extrasolaren Planeten suchen würde, da auch Gasriesen wie Saturn und Jupiter einen festen Kern aus Metallen haben.
Die Geschichte der Entdeckung des Planeten reicht auf das Jahr 1988 zurück, denn da wurde ein Pulsar, dem man die Bezeichnung PSR B1620-26 gab, im Kugelsternhaufen M 4 entdeckt. Dieser sich schnell drehende Neutronenstern rotiert etwa 100-mal pro Sekunde und sendet Radioimpulse wie ein Leuchtturm Lichtstrahlen aus. Des weiteren wurde in der Nähe ein ausgebrannter Stern, ein Weißer Zwerg, gefunden. Beide Objekte umkreisen sich zweimal im Jahr.
Ein wenig später entdeckten Astronomen dann Unregelmäßigkeiten im Pulsar die auf ein drittes Objekt schließen lassen könnten. Dieses neue Objekt deutete auf einen Planeten hin, aber zum damaligen Zeitpunkt konnte man auch einen Braunen Zwerg nicht ausschließen, weshalb die Debatte weiter ging. Bis jetzt. Denn dank des Hubble Weltraumteleskops konnte man die Masse des Objekts auf 2,5 Jupitermassen bestimmen, damit ist das Objekt eindeutig zu leicht für einen Brauen Zwerg.
Die Geschichte des Planeten ist deshalb außergewöhnlich, da er die mörderische ultraviolette Strahlung, die Strahlung einer Supernova und deren Schockwelle unbeschadet überstanden hat.
Ein weiteres besonderes Ereignis ist die Entdeckung eines Planeten um den entfernten Stern HD 70642. Denn der hier gefundene Planet von der doppelten Masse des Jupiter zieht seine Bahnen auf einem fast kreisrunden Orbit. Dies ist sofern interessant, da die meisten extrasolare Planeten auf extrem engen oder gar unregelmäßigen Bahnen kreisen. Auch die Umlaufperiode von 6 Jahren und der Abstand des Planeten zu HD 70642, der 3/5 der Entfernung Sonne-Jupiter entspricht, weckt Assoziationen an unser Sonnensystem.
Herausgefunden haben dies Astronomen mit dem Anglo-Australian Telescope in Südostaustralien durch ein leichtes wackeln des sonnenähnlichen Sterns HD 70642.
Das die neuen Entdeckungen auf dem Gebiet der extrasolaren Planeten außergewöhnlich aber nicht einzigartig sind, lassen neuste Hochrechnungen über die Anzahl der Sterne im sichtbaren Bereich des Universums vermuten. Denn nach Berechnungen von Wissenschaftlern der Australian National University befinden sich nicht weniger als 70 Trilliarden Sterne am Himmel, auch wenn man mit bloßem Auge nur etwa 5400 davon sehen kann.
Viele von diesen Sternen besitzen nach Aussage von Simon Driver, einen der Verantwortlichen Wissenschaftler bei diesem Projekt, Planetensysteme, auch wenn nur auf einem Bruchteil dieser Planeten Leben entstehen könnte, sind die Zahlen noch riesig, so dass Wissenschaftler guten Mutes weiter nach einer zweiten Erde suchen.
|