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Heiße Zyklone wühlen beide Enden des Saturns auf

08.01.2008 - Obwohl der Winter auf dem Saturn länger als ein Jahrzehnt dauert, gibt es am Nordpol des Planeten doch einen unerwartet heißen Punkt, der eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit einer vergleichbaren Struktur am sonnigen Südpol des Planeten besitzt. Die Quelle bleibt dabei im Dunkeln.

Beide Pole des Planeten besitzen also Wirbel und während der hot spot am Südpol des Saturns durch vorherige Beobachtungen des W.M. Keck Observatory in Hawaii gut erforscht ist, ist der Vortex am Nordpol des Planeten eine Überraschung.

„Wir hatten spekuliert, dass der heiße Punkt am Südpol in Verbindung mit den sonnenbestrahlten Bedingungen zusammenhängt“ sagt Glenn Orton vom JPL der NASA. „Seit dem der Nordpol aber mit der Ankunft des Winters 1995 vom Sonnenlicht beraubt ist, hatten wir nicht erwartet, eine ähnliche Eigenschaft dort zu finden.“

Die Infrarotdaten zeigen, dass der im Schatten gelegene Wirbel am Nordpol fast die gleiche Struktur und Temperatur wie der am sonnigen Südpol gelegene Wirbel besitzt. Der Kern beider zeigt eine Erschöpfung von Phospin Gas, dieses gestörte Gleichgewicht könnte an steil abstürzenden Winden liegen, die bis auf die Troposphäre, der niedrigsten Atmosphärenschicht, heruntergehen.

„Die hot spots sind die Resultate polabwärtsgerichteter Winde, welche komprimiert und erhitzt werden, wenn diese in die Tiefen des Saturns absteigen“ sagt Leigh Fletcher, eine Planetenwissenschaftlerin von der University of Oxford in England. „Die treibende Kraft hinter der Bewegung und auch der globalen Bewegung der Atmosphäre wird aber zum Verstehen benötigt.“

Obwohl beide Wirbel sehr ähnlich sind, differieren sie doch in einem Punkt. Der am Nordpol gelegene Wirbel wird von einem markanten und langlebigen aber unerklärten polaren Hexagon umgeben. Diese mysteriöse Eigenschaft umfasst den gesamten Nordpol und wurde schon in den 1980er durch die Voyager 1 und 2 Sonden entdeckt. Cassinis Infrarotkameras entdeckten dieses Hexagon auch in den tieferen atmosphärischen Wolken Anfang 2007.

Die Forscher entdeckten, dass dieses warme Hexagon etwas andere Eigenschaften besitzt, wie vorherige Studien andeuteten. „Es dehnt sich bis zu der oberen Troposphäre aus“ so Fletcher. „Es steht in Verbindung mit der absteigenden Bewegung in der Troposphäre, dennoch benötigt die Ursache für die hexagonale Struktur weitere Studien.“

„Die Tatsache, dass auch Neptun einen ähnlichen polaren hot spot hat, weckt die Begierde nach der seltsamen Dynamik der Pole der anderen Gasriesen“ so Fletcher.     

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