Terrestrische Planeten im Plejaden Sterncluster

22.11.2007 - Felsige Planeten wie die Erde, Mars oder Venus scheinen sich auch um einen Stern der Plejaden („Seven Sisters“) zu formen oder haben sich bereits durch eine gewaltige Kollision planetarischer Körper geformt, wie Forscher herausgefunden haben.

Astronomen benutzten das Gemini Observatory auf Hawaii und das Spitzer Weltraumteleskop für ihre Beobachtungen.

„Dies ist der erste eindeutige Hinweis auf Planetenbildung in den Plejaden und die Ergebnisse, die wir präsentieren, sind der erste beobachtbare Beweis dafür, dass erdähnliche Planeten wie in unserem Sonnensystem ganz gewöhnlich sind“ sagt Joseph Rhee von der University of California.

Die Plejaden im Sternbild Stier werden in vielen Kulturen seit der Antike verehrt und sie sind nach den sieben Töchtern von Atlas und Pleione aus der griechischen Mythologie benannt und auch der japanische Autohersteller Subaru ist nach diesem Gestirn benannt und trägt sie in seinem Logo.

Und auch für Hobbyastronomen gehören die sieben Schwestern zu den am besten beobachtbaren Sterncluster und sie sind selbst in einer sternklaren Nacht mit bloßem Auge erkennbar.

Und obwohl dieser Sterncluster unter der Bezeichnung Seven Sister firmiert, enthält er doch über 1.400 Sterne, wie Inseok Song von der NASA anmerkt.

Die Plejaden sind mit nur 400 Lichtjahren Entfernung einer der nah gelegensten Sternhaufen und einer dieser Sterne mit der Bezeichnung HD 23514 ist den Astronomen dabei besonders aufgefallen. Dieser Stern, der etwas massereicher und heller als unsere Sonnen ist, wird von einer außergewöhnlichen Menge heißer Staubpartikel umgeben. „Hunderttausend Mal mehr Staub als um unsere Sonne“ so Benjamin Zuckerman ebenfalls von der UCLA. „Der Staub muss der Überrest einer monströsen Kollision sein, einer kosmischen Katastrophe.“

Auf der Spur der kosmischen Katastrophe kamen die Wissenschaftler dabei durch eine Analyse der Emissionen des Staubs. Kosmischer Staub ist dabei für gewöhnlich ein „Grundbaustein für Planeten“, welcher durch Kollision untereinander auf Asteroidengröße wächst und sich auch auf Planetengröße verklumpen kann und so einen vollständigen Planeten bildet.

„Bei dem Prozess der Entstehung felsiger, terrestrischer Planeten, kollidieren manche Objekte miteinander und wachsen zu Planeten, während andere zu Staub zerbrechen“ so Song. „Wir sehen diesen Staub.“

Und HD 23514 ist schon der zweite Stern, bei dem die Forscher Hinweise für die Entstehung von erdähnlichen Planeten gefunden haben. Als erstes wurden die Forscher um den sonnenähnlichen Stern BD +20 307, etwa 300 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Widder, fündig. Und hier entdeckten die Wissenschaftler sogar die millionenfache Menge an Staub.

Um der Planetenbildung dabei auf die Spur zu kommen, benutzten die Wissenschaftler deep-infrared Bilder des Spitzer Weltraumteleskops und benutzten anschließend das Gemini North Teleskop auf dem Mauna Kea auf Hawaii um die Hitzestrahlung der Staubpartikel zu messen.

„Das Gemini und die Spitzer Daten waren dabei ausschlaggebend bei der Bestimmung der Menge und Position an Staub um den Stern.“

Im Gegensatz zu unserer Sonne, die mit 4,5 Milliarden Jahren ein durchschnittliches Alter besitzt sind viele Sterne im Plejaden Sternhaufen noch halbwüchsig, mit einem Alter zwischen 100 bis 400 Millionen Jahren.

Dabei geht von den beschrieben monströsen Kollisionen aber nicht nur Zerstörung aus, denn auch unser Mond ist durch eine solche Kollision entstanden, denn als die Erde noch sehr jung war, wurde sie von einem etwa marsgroßen Körper getroffen und aus dieser Begegnung der etwas anderen Art entstand unser Begleiter. Und dies war für das Leben auf der Erde ein Glücksfall, denn ansonsten hätte die Erde nicht eine so stabile Drehachse und einen 24 h Rhythmus sondern würde, ähnlich wie der Mars, taumeln.

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