Spitzer erspäht stellare Blasen

12.11.2007 - Ein neues Bild des Spitzer Weltraumteleskops zeigt einen Babystern 1.140 Lichtjahre von der Erde entfernt, der zwei massive kosmische Blasen wegbläst. Der junge Stern mit der Bezeichnung HH 46/47 benutzt dabei mächtige Jets aus Gas um die Blasen wegzuschieben.

Der Stern kann als weißer Punkt in der Mitte des Spitzerbildes gesehen werden. Die zwei Blasen sind dabei als elliptische Schalen von blaugrünem Material erkennbar, die sich vom Stern ausdehnen. Strähnen von warmem molekularem Wasserstoffgas erscheinen dabei grün, während der blaue Farbton vom Sternenlicht stammt, das durch den umgebenden Staub zerstreut wird.

Die Blasen haben sich gebildet, als sehr energiereiche Jets, die sich mit mehr als 200 Kilometern pro Stunde fortbewegen, auf die umgebenden Gas und Staubwolken getroffen sind. Rote Stippen am Ende jeder Blase repräsentieren dabei heißen Schwefel und gasförmiges Eisen, wo erst kürzlich schmale Jets vom Stern kopfüber in die kosmischen Wolken gestoßen sind.

Babysterne und ihre potenziellen protoplanetaren Scheiben wachsen für gewöhnlich, indem sie umgebene Staub- und Gaspartikel absorbieren. Doch erwartet man auch, dass dieses Wachstum gestoppt wird, wenn der zentrale Babystern mächtige Sonnenwinde und Jets entwickelt, die umgebendes Material fortwehen.

„Spitzer kann diese Jets und Winde im Infrarotlicht aufnehmen und dies hilft uns die Details dieses Phänomens zu verstehen“ sagt Thangasamy Velusamy vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena.

Für Astronomen sind Spitzers extrem empfindliche Infrarotinstrumente ein sehr nützliches Werkzeug um junge, in dichten Wolken eingebettete Sterne zu studieren und so Informationen über ihren Wachstumsprozess zu gewinnen.

„Wenn du durch ein Teleskop schaust, ist dieses Bild oft unscharf und je kleiner das Teleskop ist, desto größer ist die Unschärfe“ so Velusamy.

Um dennoch einen klaren Blick zu erhalten, entwickelten Astronomen vom JPL eine fortgeschrittene Bildbearbeitungstechnik genannt Hi-Res deconvolution. Dieser Prozess reduziert die Unschärfe und macht die Bilder klarer und sauberer, so dass die Astronomen die Details in größerer Genauigkeit studieren können. Im Fall von HH 46/47 waren die Astronomen so in der Lage die Schnitzerei der Winde und Gasjets bei diesen himmlischen Blasen zu beobachten.

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