RCW 103: Ein Stern mit einem geheimnisvollen Partner?

14.07.2007 - Daten von dem weltraumbasierten Chandra Röntgenstrahlen Observatorium deuten darauf hin, das ein bekannter Neutronenstern von einem unbekannten Stern beeinflusst wird.

Wenn ein Stern etwa 8 Mal größer ist als die Sonne, endet sein Leben mit einer spektakulären Explosion, genannt Supernova. Die äußeren Schichten des Sterns werden mit tausenden von Kilometern pro Stunde in den Weltraum geschleudert und lassen ein Feld aus Gas und Staub zurück. Dort wo sich der Stern einst befand, findet sich meist ein kleines, unglaublich dichtes Objekt, genannt Neutronenstern. Während er nur etwa einen Durchmesser von 15 Kilometern hat, enthalten die dicht gepackten Neutronen in solch einem Stern mehr Masse als die gesamte Sonne.

Ein neues Bild im Röntgenbereich zeigt die 2.000 Jahre alten Überreste solch einer kosmischen Explosion, bekannt als RCW 103, die etwa 10.000 Lichtjahre von der Erde entfernt stattgefunden hat. Im Bild von Chandra deuten die Farben rot, grün und blau auf niedrig-, mittel- und hoch-energetische Röntgenstrahlung hin. Der helle, blaue Punkt im Zentrum ist wahrscheinlich ein Neutronenstern, von dem Astronomen annehmen, dass er sich durch die Explosion des Sterns bildete. Seit mehreren Jahren versuchen Astronomen das Verhalten des Objekts zu verstehen, dass eine ungewöhnlich starke Variationen in seiner Röntgenemission, über einen Zeitraum von mehreren Jahren, zeigt.

Neue Hinweise von Chandra deuten darauf hin, dass der Neutronenstern nahe dem Zentrum sich alle 6,7 Stunden einmal dreht, was kürzlich gemachte Beobachtungen mit dem XMM-Newton bestätigt. Dies ist wesentlich langsamer als ein Neutronenstern dieses Alters sich drehen sollte. Eine mögliche Lösung dieses Rätsels ist, dass der massive Vorgängerstern von RCW 103 vielleicht nicht alleine explodiert ist. Es könnte sich ein kleiner Stern, der zu schwach leuchtet um entdeckt zu werden, in der Nähe des rotierenden Neutronensterns befinden. Gas, welches von diesem unsichtbaren Nachbarn hin zum Neutronenstern fließt, könnte seine Röntgenemssion beeinflussen, und die Interaktion der magnetischen Felder der beiden Sterne könnte die langsame Drehgeschwindigkeit des Neutronensterns verursacht haben.

Redakteur: Frank Erhardt

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