|
28.06.2007 - Mit dem weltraumbasierten Chandra Röntgenstrahlobservatorium konnten über Circinus X-1 neue Kenntnisse gewonnen werden, wo ein Neutronenstern und eine sehr massereiche Sonne sich gegenseitig umkreisen.
Neutronensterne sind extrem dichte Überbleibsel eines Sterns, der in einer Supernova explodiert ist und bei dem die Neutronen sehr dicht zusammengepackt sind und die üblicherweise eine sphärische Form mit einem Durchmesser von etwa 20 Kilometern haben, dabei aber die mehrfache Masse unserer Sonne haben können. Deshalb besitzen Neutronensterne auch unglaublich starke Gravitationskräfte, wodurch im Fall von Circinus X-1 Material vom Begleitstern abgezogen wird und sich in der Akkreditionsscheibe um den Neutronenstern sammelt.
Doch dabei kommt es durch einen Prozess der noch nicht ganz verstanden wird zu einem Materie-Jet der mit annährender Lichtgeschwindigkeit austritt. Und dies ist insofern ungewöhnlich, als das man ähnliche Jets bislang nur bei Schwarzen Löchern und nicht bei Neutronensternen beobachtet hat.
Deshalb ist dies für die Astronomen besonders interessant, zumal man bisher davon ausging, das sowohl bei stellaren als auch supermassiven Schwarzen Löchern der Jet durch die ungewöhnlichen Eigenschaften wie einem Ereignishorizont und dem Fehlen einer festen Oberfläche ausgelöst wird. Doch scheinbar können auch Neutronensterne sehr effizient kosmische Energiekraftwerke darstellen.
Deshalb sagt Sebastian Heinz von der University of Wisconsin auch: “Gravitation scheint der Schlüssel für die Entstehung solcher Jets zu sein und nicht ein Trick wie ein Ereignishorizont.“
Das beobachtete System befindet sich über 31.000 Lichtjahre von uns entfernt und wurde am 2. Juni 2005 für 14 h beobachtet.
|