Massive Bergkette auf Titan entdeckt

13.12.2006 - Die größten Berge, die jemals auf Titan gesehen wurden, bedeckt mit Schichten organischen Materials sind die neusten Entdeckungen der Cassini Sonde.

„Wir sehen eine massive Bergkette die mich an die Berge der Sierra Nevada erinnert im Wester der Vereinigten Staaten. Die Gebirgskette verläuft kontinuierlich und ist fast 160 Kilometer lang“ sagt Dr. Bob Brown von der University of Arizona. Ihre Breite beträgt 30 Kilometer und ihre Höhe etwa 1500 Meter.

Während des Vorbeiflugs am 25. Oktober wurden die bisher hoch auflösendsten Infrarotaufnahmen von Titan gemacht. Dabei enthüllen die Bilder eine große Bergkette, Dünen und eine Ablage von Materialien, die an einem vulkanischen Fluss erinnern. Diese Daten kombiniert mit älteren Radaraufzeichnungen liefern neue Informationen über die geologischen Eigenschaften von Titan.

Auf die Erde bezogen würde diese Bergkette auf der südlichen Hemisphäre, irgendwo in der Nähe von Neuseeland liegen und besonders fasziniert sind die Wissenschaftler von den hellen schneeähnlichen Ablagerungen, die wohl aus Methan oder einem anderen organischem Material bestehen und die Spitze der Berge bedecken.

„Diese Berge sind wahrscheinlich hart wie Fels, gemacht aus eisigem Material und bedeckt mit verschiedenen Schichten aus organischem Material“ sagt Dr. Larry Soderblom, interdisziplinärer Wissenschaftler vom U.S. Geological Survey.

Einzeln betrachtet sind die Radar- und Infrarotbilder schwierig zu interpretieren, aber zusammen sind sie äußerst wertvoll. Die Infrarotbilder zeigen Schatten der Berge, während die Infrarotbilder ihre Form zeigen. Wenn man sie kombiniert können die Wissenschaftler auch Variationen sehen und kommen so langsam dem Mysterium der geologischen Prozesse auf Titan näher.

Eine rundliche Struktur wird dabei als Vulkan interpretiert, der zwar schon auf den Radarbildern angedeutet, aber erst jetzt eindeutig identifiziert werden konnte.

Nahe dem zerknitterten bergigen Terrain befinden sich Wolken in mittlerer Höhe, die sich bisher einer genaueren Untersuchung durch die Wissenschaftler entziehen konnten. Dabei handelt es sich wahrscheinlich um Methantröpfchen, die sich bilden, wenn die Atmosphäre auf Titan durch die starken Winde bei der Bergkette abkühlen.

Auch die Dünen begeistern die Forscher. „Die Dünen scheinen aus Sandkörnern aus organischem Material zu bestehen, die sich im Wassereisuntergrund gebildet haben und auch Schnee hellere Einlagen enthalten“ so Brown.

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