Elektrische Staubstürme auf dem Mars

20.08.2006 - Staubstürme beginnen in der kalten Wüste des Mars und hüllen gelegentlich den ganzen Planeten ein. Die Stürme knistern außerdem vor Elektrizität, wodurch wiederum reagierende Chemikalien im Marsboden gebildet werden können, wie ein von der NASA unterstütztes Forscherteam herausgefunden hat.

Diese Chemikalien wie Wasserstoffperoxid (H2O2) sind wahrscheinlich für die kontroversen Ergebnisse der beiden Viking Lander verantwortlich, die den Marsboden nach Lebenszeichen untersuchten.

Im Jahr 1976 untersuchten die Viking Lander den Marsbonden nach Leben indem sich eine Proben entnahmen und diese mit Näherstoffen und Wasser mixten. Sollten mikroskopische Lebensformen auf dem Mars existieren würde diese, so die Theorie, die Näherstoffe aufbrauchen und Abfallprodukte hinterlassen. Doch drei unterschiedliche Experimente enthüllten sich widersprechende Ergebnisse.

So zeigte das Gas Exchange Experiment, das etwas aktives im Marsboden vorhanden sein muss, da die Näherstoffe aufgebrochen worden sind, doch das Mass Spectrometer Experiment zeigte keine organische Spuren.

Natürlich lösten die unterschiedlichen Ergebnisse Streit in der wissenschaftlichen Community aus und 1977 wiesen Forscher darauf hin, dass der Widerspruch erklärt werden könnte, wenn im Marsboden leicht reagierende nichtorganische Substanzen vorhanden sind. Im Gespräch waren Wasserstoffperoxid und Ozon (O3).

Da die ultraviolette Strahlung der Sonne eine ganze Reihe von reagierenden Gasen in der Atmosphäre bilden kann, wusste niemand in welcher Größenordnung auch der Marsboden betroffen ist. Zumal auch einige Wissenschaftler glaubten das die gewaltigen Staubstürme auf dem Mars die Quelle dafür sein konnten.

Nun zeigen detaillierte Analyse, die 5 Jahre gereift sind, das Staubpartikel durch Reibung elektrisch aufgeladen werden können, ähnlich wie wenn jemand mit Turnschuhen über einen Teppich läuft, doch sind die Staubstürme so gewaltig, dass elektrische Felder erzeugt werden, die das Kohlenstoffdioxid und Wassermoleküle der Atmosphäre aufbrechen und so eine ganze Reihe von leicht reagierenden Stoffen entstehen, von denen sich ein Großteil im Boden ablagert. Zukünftige Marsrover müssen also erst noch beweisen, ob es bakterielles Leben auf dem Mars gibt oder nicht.

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