Stellare Explosion deutet auf einen noch größeren Ausbruch hin

24.07.2006 - Am 12. Februar 2006 entdeckten aufmerksame Himmelsbeobachter eine Nova und entdeckten so einen Stern der normalerweise für das bloße Auge nicht zu erkennen ist. Die Ursache dieser „Leuchterscheinung“ war eine Thermonukleare Explosion, bei der die äußere Hülle eines Weißen Zwergs abgesprengt wurde und der Kern unversehrt überlebte.

„Diese Nova war für Astronomen interessanter als jedes aufgezeichnete Feuerwerk“ sagt Jennifer Sokoloski vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics (CfA).

Und das interessante hierbei ist, das die bisherige Eruption winzig ist im Vergleich zu dem was noch kommt. Da die Astronomen glauben, das dieser Stern in naher Zukunft in einer Supernova Explosion (Type 1a) vergeht. Diese gewaltige Explosion wäre dann schwerlich zu übersehen und dies in einem Radius von mehreren Milliarden Lichtjahren. Das gute an einer Supernova ist, das hierbei das interstellare Medium mit Atomen angereichert wird, die normalerweise nicht in einem Stern entstehen, da die Drücke hierfür normalerweise nicht ausreichen. Und speziell in diesem Fall kommt hinzu, das sich eine Gelegenheit bietet, das physikalische Wissen zu verfeiern, da es nur selten zu einer Supernova diesen Typs kommt.

„Astronomen benutzen solche Supernovae um die Expansion des Universums zu messen, deshalb ist es für uns wichtig zu wissen, wie ein Sternsystem eine solche Explosion kurz vor seinem ableben generiert“ sagt Sokoloski.

Das besagte Sternsystem RS Ophiuchi liegt etwa 5.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und besteht aus einem Weißen Zwerg und einem aufgeblähten Roten Riesen. Der Rote Riese stößt dabei gewaltige Stellarwinde ab und fügt so dem Weißen Zwerg neues Material hinzu. Und wenn der Weiße Zwerg genügend Material angesammelt hat, ereignet sich eine gigantische Thermenukleare Explosion.

Da mehrere Satelliten und erdgebundene Teleskope einen Blick auf das System geworfen haben und RS Ophiuchi in verschiedenen Wellenlängen untersuchen, entdeckten sie dabei, das die bisherige Explosion komplexer war als vermutet.

Während Standardcomputermodelle von einer einfachen sphärischen Explosion ausgehen, zeigen die Beobachtungen zwei entgegen gesetzte Materiejets und eine mögliche Ringstruktur.

„Die Radiobilder zeigen dabei zum ersten Mal die Geburt eines Jets in einem Weißen Zwerg System“ sagt Michael Rupen vom National Radio Astronomy Observatory (NRAO).

„Eines Tages wird RS Ophiuchi explodieren. Was im Februar passiert ist war lediglich ein kleiner Schluckauf“ sagt Koji Mukai vom Goddard Space Flight Center der NASA.

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