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18.10.2005 - Bilder des Chandra Weltraumteleskops liefern Beweise für einen bislang unerwarteten Weg neue Sterne zu formen.
Eine Kombination aus Infrarot und Röntgenstrahlbeobachtungen zeigt einen Überschuss an massereichen Sternen, die sich aus einer großen Staubscheibe um Sagittarius A* geformt haben. Dies ist insofern ungewöhnlich als das es sich bei Sagittarius A* um das supermassereiche Schwarze Loch im Herzen unserer Milchstraße handelt.
Gemäß dem Standardmodell von Sternentstehungen müsste eigentlich die Sternentstehungswolke durch die Gezeitenkräfte des supermassiven Schwarzen Lochs auseinander gerissen werden. Doch offensichtlich gelingt es der dichten Gasscheibe um Sagittarius A*, den Gezeitenkräften entgegenzuwirken und neue Sterne zu formen. Das Tauziehen zwischen dem Schwarzen Loch und der Gravitationskraft der Sternentstehungswolke führt sogar dazu, dass überwiegend massereichere Sterne als für gewöhnlich entstehen.
Dieses neuartige Modell der Sternentstehung könnte sogar das ein oder andere Mysterium um supermassive Schwarze Löcher lösen, die sich nahezu im Zentrum jeder Galaxie befinden und die Wirtsgalaxie massiv beeinflussen.
Wenn massereiche Sterne in einer Supernova explodieren, reichern sie die zentrale Region mit den schwereren Elementen des Periodensystems der Elemente an, darunter auch Sauerstoff und Eisen. Dies wiederum würde erklären, warum diese Elemente in großen Mengen in der das Schwarze Loch umgebenden Materiescheibe vorkommen.
Es gibt aber auch eine andere Erklärung, demnach könnten die massereichen Sterne in einem entfernten Sternencluster entstanden sein und durch die Gravitationskräfte des Schwarzen Lochs auf seine gegenwärtige Bahn befördert worden sein. Doch die Chandra Beobachtungen des galaktischen Zentrums und die Tatsache, das es dort keine massearmen Sterne zu geben scheint, deutet er darauf hin, das die Sterne tatsächlich direkt vor dem Schlund des Gravitationsmonster entstanden sind.
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