Schwarze Löcher sind gar nicht so schwarz

05.10.2005 - Eine allgemeine Weisheit besagt, dass man niemals ein Schwarzes Loch sehen kann, da nicht einmal das Licht diesen gefräßigen Gravitationsmonstern entkommen kann, doch glücklicherweise sind sie gar nicht so schwarz.

Ursache dafür sind Gaspartikel, die von den starken Gravitationskräften des Schwarzen Loches angezogen werden, durch Reibung untereinander erhitzen und Strahlung emittieren und diese Strahlung ist es, welche das Schwarze Loch erleuchtet.

Innerhalb von ein paar Jahren glauben die Astronomen, auf das gewaltige Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxie schielen zu können, bisher nämlich konnten sie nur einzelne „hot spots“ außerhalb des Schwarzen Loches ausfindig machen, da die gegenwärtig zur Verfügung stehende Technologie noch nicht ausreicht um sich in den Schlund stürzen zu können. Doch die beiden Havard Wissenschaftler Avery Broderick und Avi Loeb haben ein Modell entwickelt, was ein Beobachter sehen würde, der in das Maul dieses Monsters blickt.

„Es wird sehr beeindruckend sein, wenn ein Beobachter den ganzen Weg entlang blickt auf das zentrale Schwarze Loch – ein Loch mit einem Durchmesser von 16 Millionen Kilometern und mehr als 25.000 Lichtjahre entfernt“ sagt Broderick.

Dazu wird ein kontinental übergreifender Zusammenschluss von submillimeter Teleskopen notwenig sein, um die Effektivität eines einzelnen Teleskops von der Größe der Erde zu erreichen. Dieser Prozess ist auch als Interferometrie bekannt und wurde schon benutzt langperiodische Radioemissionen aus dem Weltraum aufzuzeichnen. Durch das studieren kurzperiodischer Wellenlängen, so genannte submillimeter Emissionen, können Astronomen ein hochauflösendes Bild von der Region außerhalb des Schwarzen Loches kreieren.

„Der heilige Gral der Wissenschaft von Schwarzen Löchern liegt in unserer Reichweite“ so Broderick. „Wir können die Schatten des Schwarzen Loches in den Abdrücken des umgebenen Materials sehen und so die Größe und Rotation des Schwarzen Loches bestimmen.“

Infrarotbeobachtungen mit existierenden und zukünftigen interferometrischen Instrumenten ermöglichen uns außerdem die Gelegenheit den Kern unserer Galaxie in einem unglaublichen Detailreichtum zu beobachten, mit Auflösungen besser als eine Milli- Bogensekunde.

„Submillimeter und Infrarotbeobachtungen ergänzen sich also“ sagt der Astronom Lincoln Greenhill.

Das Schwarze Loch im Zentrum unserer Galaxis ist deshalb so interessant für interferometrische Beobachtungen, da es von allen bekannten Schwarzen Löchern den größten Bereich am Himmel belegt. Um dieses supermassive Schwarze Loch im optischen Bereich, z.B. mit dem Hubble Weltraumteleskop, studieren zu können, bräuchte das Teleskop eine 10.000-fach bessere Auflösung.

Schließlich werden wir Albert Einstein Allgemeine Relativitätstheorie in einer starken Feldgrenze testen – in einem gewaltigen Gravitationsfeld wie dem eines Schwarzen Loches“ sagt Broderick.

Dank des Hinweises von Herrn Prof. Dr. Heino Falcke erhalten Sie durch diesen Artikel der Max Planck Gesellschaft weiterführende Informationen.

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