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03.10.2005 - Die Europäische Südsternwarte veröffentlichte ein Bild der Spiralgalaxie NGC 1350.
Zu einem Zeitpunkt vor 85 Millionen Jahren, als auf dem kleinen Blauen Planeten, deren heutige Bewohner ihn Erde nennen, keine Säugetiere herrschten, sondern Dinosaurier, die „kurze“ Zeit darauf einer kosmischen Katastrophe zum Opfer fielen (am wahrscheinlichsten ist ein Meteoriteneinschlag auf der Halbinsel Yucatan, aber auch eine nah gelegene Supernova oder gar ein Gamma Ray Burst kommen in Frage), verließen Lichtstrahlen in einer anderen Ecke des Universums die schöne Spiralgalaxie NGC 1350, für eine lange Reise durch das interstellare Medium.
85 Millionen Jahre später wurde Teile dieser Lichtstrahlen von dem Very Large Telescope in den Chilenischen Anden, genauer gesagt auf dem 2.600 m hohen Cerro Paranal, aufgefangen, dies ist umso erstaunlicher, zumal 85 Millionen Jahre zuvor sich das südliche Andengebirge noch gar nicht geformt hatte und das heutige Südamerika ein eigenständiger Inselkontinent war.
Die Astronomen klassifizieren NGC 1350, als eine Sa(r) Typ Galaxie, dies bedeutet, das sie zu den Spiralgalaxien gehört mit einer großen ausgeprägten Zentralregion. Und tatsächlich liegt NGC 1350 an der Grenze zwischen einer offenen Ring- und einer Spiralgalaxie mit zwei Spiralarmen. Der Durchmesser dieser Galaxis beträgt 130.000 Lichtjahre und ist damit etwas größer als der unserer Galaxie, der Milchstraße.
Die leuchtschwächeren und graziösen Arme beginnen am inneren Ring und bilden zwei Halbkreise, die sich fast berühren, so dass der Eindruck eines zweiten Rings entsteht, der ein „Auge“ bildet. Die Arme haben durch die Gegenwart vieler junger und massiver Sterne einen bläulichen Schimmer. Staub, der in Form von zerfaserten Spiralen im zentralen Bereich der Galaxie sichtbar ist und den Blutgefäßen im Auge ähnelt, ist ein Zeichen von Sternenbildung.
Die äußeren Regionen der Galaxie sind so dünn, das selbst im Hintergrund liegende Galaxien durchscheinen und so dem Betrachter ein Gefühl von Tiefe vermitteln können. Trotzdem brauchte das VLT nur 16 Minuten Belichtungszeit für die Aufnahme.
NGC 1350 befindet sich im eher unscheinbaren Sternbild Südlicher Fornax und sie entfernt sich von uns mit einer Geschwindigkeit von 1860 Kilometern pro Sekunde. Wahrscheinlich gehört die Galaxie selbst aber nicht zum Fornax Haufen, dem auffälligsten Mitglied der Konstellation, das sich in 65 Millionen Lichtjahren Entfernung befindet und in dem die wesentlich bekanntere Balkenspiralgalaxie NGC 1365 beheimatet ist.
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