Die Ergebnisse der Deep Impact Mission

22.09.2005 - Eine Serie von koordinierten Beobachtungen liefert erstaunliche Erkenntnisse über den Kometen Tempel 1. Insbesondere das Material unter der staubbedeckten Oberfläche des Kometen enthüllte eine Verbindung, an die niemand zuvor gedacht hatte.

Außerdem waren die Wissenschaftler durch die Beobachtungen in der Lage, die Masse des abgesprengten Materials zu bestimmen.

So untersuchten sowohl das Subaru als auch das Gemini 8-Meter Teleskop die Zusammensetzung des felsigen Staubs, wohingegen Ethan, Wasser und Kohlenstoffbasierte organische Komponenten durch das 10-Meter W.M. Keck Observatory studiert wurden. Alle drei Teleskope befinden sich auf dem Mauna Kea auf Hawaii.

Der Komet Tempel 1 wurde für die Deep Impact Mission ausgewählt da er auf einer stabilen, nahezu kreisförmigen Bahn um die Sonne zieht und dabei sanft von der Sonnenstrahlung gebacken wird. Daraus resultiert eine schützende Staubschicht, die das eisige Material des Kometen bedeckt.

Die kombinierten Beobachtungen zeigen einen komplexen Mix aus Silikaten, Wasser und organischen Komponenten unter der Oberfläche des Kometen. Diese Materialien sind ähnlich zu einer anderen Klasse von Kometen, die durch die Oort’sche Wolke fliegen. Dies deutet darauf hin, dass auch Tempel 1, der eigentlich zu den periodischen Kometen zählt, einst in einem kälteren Bereich unseres Sonnensystems entstanden ist und erst später auf seine gegenwärtige Position befördert wurde. Dies würde erklären, warum die Unterschiede lediglich oberflächlich sind, während der Untergrund weitestgehend übereinstimmt. Womöglich liegt die Geburtsstätte dieser Kometen zwischen den Planeten Uranus und Jupiter.

Außerdem brachten die Beobachtungen ans Licht, das das Kupferprojektil, welches von der Deep Impact Sonde abgefeuert wurde, etwa 1000 t Material beim Auftreffen herausgeschleudert hat.

Des weiteren konnten zwei der beteiligten Teleskope den Kometen auch im mittleren Infrarotbereich (mid-infrared or thermal infrared) studieren, während das Keck hochauflösend den nahen Infrarotbereich abtastete. Die dafür benötigten Instrumente sind heutzutage noch zu groß um sie in einer Sonde von der Größe der Deep Impact Sonde unterzubringen.   

„Diese Beobachtungen gaben uns den besten flüchtigen Blick auf das, was unter der staubigen Oberfläche eines Kometen liegt“ sagt David Harker of the University of California.

Doch nicht nur die beteiligten Wissenschaftler an den Teleskopen hatten Überraschendes zu vermelden, so erklärte der Missionsleiter Michael A'Hearn von der University of Maryland, das Tempel 1 offenbar ein schmutziger Schneeball ist, der in etwa zwei Drittel der Dichte von reinem Wassereis hat und 50 bis 70 Prozent des Kometen seien daher wohl nur leerer Raum. Dafür spricht auch, dass sich die Oberfläche von Tempel 1 je nach Sonneneinstrahlung schnell erwärmt oder abkühlt. Überrascht hat die Forscher aber vor allem, dass der Komet regelrechte geologische Schichten aufweist.

"Kometenkerne haben offenbar geologisch interessante Prozesse hinter sich", sagt Joseph Veverka von der Cornell University.

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