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14.07.2005 - Nach Agenturberichten wollen die europäische Raumfahrtbehörde ESA und die russische Raumfahrtbehörde beim so genannten Clipper- Projekt kooperieren. Das Ergebnis wäre eine „light“ Version des amerikanischen Space Shuttles.
Bislang hat nur das amerikanische Space Shuttle den regulären Flugbetrieb aufgenommen und sowohl das europäische Projekt Hermes, welcher unter französischer Federführung realisiert und auf einer Ariane 5 ins All gebracht werden sollte, als auch die russische Raumfähre Buran, dessen Prototyp aber wenigstens unbemannt ins All geflogen ist, haben dies nie geschafft.
Nun wollen Europa und Russland beim russischen Clipper Projekt kooperieren und so einen wiederverwendbaren Transporter realisieren, da nur so gewährleistet ist, das kein zusätzlicher Weltraumschrott das ohnehin vorhandene Gefahrenpotenzial erhöht.
Die Raumfähre Clipper wäre ab 2011 bzw. 2012 einsatzbereit und könnte 6 Menschen in einem Orbit bringen, wobei das Hauptziel wohl die, dann hoffentlich fertig gestellte, ISS wäre. So könnte man auf die inzwischen in die Jahre gekommenen Sojus Kapseln verzichten.
Darüber hinaus könnten auch 700 kg Nutzlast in einem Orbit befördert bzw. 500 kg aus dem Orbit zur Erde gebracht werden. Zum Vergleich, das amerikanische Space Shuttle kann maximal 10 Astronauten und 25.000 kg in eine Umlaufbahn befördern. Die sowjetische Buran könnte, wenn sie den einsatzbereit wäre, theoretisch noch größere Lasten befördern, da diese Raumfähre keine Haupttriebwerke besitzt und mit einer Energija Rakete ins All gehievt wurde. Und die von Wernher von Braun realisierte Mondrakete, Saturn V, schaffte über 100.000 kg in einem geostationären Orbit. Weshalb das eurasische Space Shuttle nur bedingt in Konkurrenz zum amerikanischen Space Shuttle und deren Nachfolger (die NASA entscheidet sich erst nächstes Jahr, welches Konsortium den Nachfolger bauen darf, momentan haben Boeing und Lockheed Martin wohl die besten Chancen) treten kann.
Der neue Raumgleiter soll übrigens so konstruiert werden, dass er sowohl vom russischen Raumfahrtbahnhof Baikonur in Kasachstan als auch von Kourou in Französisch Guayana aus starten kann. Und das Startgewicht soll zwischen 13 14,5 t liegen, weshalb je nach Einsatzgebiet erst noch eine leistungsstarke Trägerrakete entwickelt, bzw. die vorhandenen Trägersysteme modifiziert werden müssten.
Dennoch wäre es für Europa ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, da gerade die bemannte Raumfahrt vernachlässigt wurde und so die ehrgeizigen Ziele des europäischen Aurora Projektes in greifbare Nähe kommen. Besonders erfreulich aus deutscher Sicht ist dabei, das „wir“, durch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) nun auch am Aurora Projekt beteiligt sind, dessen langfristige Ziele bemannte Mond- und Marsflüge vorsehen. Und das wo Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn bisher die Auffassung vertrat, das unbemannte Mission die wichtigeren wären. Aber getreu dem Motto Wunder gibt es immer wieder und in einem Wahljahr werden gerne Geschenke verteilt sind nun auch deutsche Wissenschaftler und Ingenieure am Projekt beteiligt, zumal nur so sicher gestellt ist, das auch deutsche Privatunternehmen berücksichtigt werden und Hightech- Arbeitsplätze auch bei uns entstehen bzw. gesichert sind. Übrigens kostet dies den deutschen Steuerzahler gerade einmal 3 Millionen Euro.
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