Discovery Start auf unbestimmte Zeit verschoben

14.07.2005 - Eigentlich sollte gestern um 21:51 Uhr die amerikanische Raumfähre Discovery zur Internationalen Raumstation aufbrechen, doch zahlreiche Pannen führten zum Startabbruch.

Letztendlich war es einer der 4 Temperatursensoren im Wasserstofftank, der eine Fehlfunktion aufwies, die zum Startabbruch führte. Auf der Pressekonferenz der NASA, die gegen 22 Uhr begann, teilten die Verantwortlichen mit, dass das Protokoll in diesem Fall einen Start nicht zulässt. Da die Überwachung des Treibstofftanks eines der kritischen Systeme beim Start ist und eine Fehlfunktion hier katastrophale Folgen hätte.

Bereits zuvor wurde darüber diskutiert, ob der Hurricane „Dennis“ den Start beeinträchtigen könnte und die Meteorologen der NASA schätzten zuletzt die Startwahrscheinlichkeit auf 40 %.

Ein anderes Problem stellte zunächst der Verlust eines Teils der Fensterisolierung dar, bei dem ein paar Hitzeschildkacheln beschädigt wurden, die ausgewechselt werden mussten. Ein ähnlicher Fehler führte im Februar 2003 zum Verlust des Space Shuttles Columbia, bei dem die gesamte 7-köpfige Crew ums Leben kam.

Seit diesen tragischen Ereignissen ist kein Space Shuttle mehr geflogen und eine Untersuchungskomission unterbreitete zahlreiche Verbesserungsvorschläge, damit sich ein derartiges Ereignis nicht wiederholen kann.

Das Space Shuttle geht auf Entwicklungen der 70er Jahre zurück und ist heute technisch überaltert und wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Doch ohne das amerikanische Space Shuttle ist eine Fertigstellung der ISS nicht möglich., da das russische Pendant „Buran“ nur einen unbemannten Testflug durchgeführt hat und seitdem verschiedene Versionen des russischen „Space Shuttles“ nur noch in einem Hangar in Baikonur und verschiedenen Museen (Sinsheim, Moskau) stehen.

Die heutige Krise der NASA ist aber hausgemacht, da viel versprechende Projekte wie die X-33, die gemeinsam mit Lockheed Martin entwickelt wurde, vorzeitig eingestellt und sich zu spät um einen Nachfolger für das in die Jahre gekommene Space Shuttle gekümmert wurde.

Auch wenn die Entwicklung unter dem neuen NASA Administrator Griffin beschleunigt werden soll, steht ein Nachfolger frühstens ab 2010 zur Verfügung.

Wann ein neuer Startversuch des Space Shuttles Discovery unternommen werden soll steht bislang buchstäblich in den Sternen, man kann aber davon ausgehen das der nächste Versuch frühstens Anfang nächster Woche unternommen werden kann, da der Fehler bisher nicht gefunden wurde und der Hurricane „Dennis“ noch nicht außer Reichweite ist.

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