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05.07.2005 - Menschen aus verschiedenen Zeitepochen waren von den dunklen „Flecken“ auf der Mondoberfläche fasziniert, von denen einige mit ein bisschen Fantasie auch als Kaninchen oder Frösche interpretiert werden können. Seit den Apollo Missionen wissen wir, dass es sich dabei um Einschlagsbecken handelt, die mit erstarrter Lava gefüllt sind.
Doch eine Überraschung war, das sich diese Gebiete relativ spät in der Geschichte unseres frühen Sonnensystems geformt haben Schätzungsweise 700 Millionen Jahre nach der Entstehung von Erde und Mond.
Viele Wissenschaftler glauben, das zu diesem Zeitpunkt ein heftiges Bombardement unseres Planeten stattgefunden hat, das auch unter dem Ausdruck Late Heavy Bombardment (LHB) bekannt ist. Die Ursache für diesen „Angriff“ ist eines der Geheimnisse unseres Sonnensystems.
Die Planeten Wissenschaftler Rodney Gomes (National Observatory of Brazil), Harold Levison (Southwest Research Institute, USA), Alessandro Morbidelli (Observatoire de la Côte d'Azur, Frankreich) und Kleomenis Tsiganis (University of Thessaloniki, Griechenland) stellten nun ein Modell vor, das zwar nicht das Mysterium löst, aber viele beobachtbare Eigenschaften erklärt.
Die schuldigen soll demnach die vier Gasrisen (Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun) in unserem Sonnensystem sein, die nachdem Modell sehr dicht beieinander entstanden sind und so viele kleinere eisige und felsige Objekte, die auch unter dem Begriff „Planetesimals“ bekannt sind, durch ihre Gravitationskräfte aus der Bahn geworfen haben. Einige wurden nach außen gedrückt, doch andere wurden in das Innere des Sonnensystems befördert.
„Und wie es schon Isaac Newton formulierte, für jede Aktion gibt es eine gleich große entgegengesetzte Reaktion“ so Tsiganis. „Wenn ein Planet einen Felsbrocken aus dem Sonnensystem befördert, bewegt sich der Planet dadurch ein Stück nähr zur Sonne, auch wenn es nur minimal ist. Auf der anderen Seite wird ein Planet, der einen Felsbrocken in Richtung Sonne schiebt ein Stück von der Sonne wegbewegt.“
Numerische Simulationen zeigen, das Jupiter so nähr zur Sonne gewandert ist, während sich die anderen Gasgiganten von der Sonne wegbewegten. Dieser Prozess war sehr langsam und dauerte Millionen von Jahren.
Doch nach 700 Millionen Jahren änderte sich plötzlich die Situation. Zu diesem Zeitpunkt war Saturns Umlaufperiode exakt doppelt so groß wie die von Jupiter und dies führte dazu das beide Planeten auf mehr elliptischeren Umlaufbahnen kreisten. Dies wiederum führte auch zu einer Beeinflussung von Neptun und Uranus. „Deren Umlaufbahnen exzentrischer wurden“ und die sich gravitationsbedingt weiter auseinander bewegten und auch einen Einfluss auf den Planeten Saturn hatten.
Und genau dies soll nach Ansicht der Wissenschaftler zum LHB geführt haben, da zahlreiche Planetesimale aus der protoplanetarischen Scheibe in Richtung Erde und Mond geschleudert wurden, wie die Computersimulationen zeigen. Außerdem wurden so die Umlaufbahnen von zahlreichen Asteroiden destabilisiert, die so ebenfalls zu kosmischen Bomben wurden.
Ein weiterer Vorteil dieser Simulation ist auch, das es die Gegenwart der so genannten „trojanischen“ Asteroiden erklärt.
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