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04.07.2005 - Wissenschaftler der NASA entdeckten einen extrasolaren Planeten mit dem bisher größten festen Kern und bestätigen damit eine Planetenentstehungstheorie.
„Für Theoretiker ist die Entdeckung eines Planeten mit so einem großen Kern eine ebenso wichtige Entdeckung wie die des ersten extrasolaren Planeten um den Stern 51 Pegasi im Jahr 1995“ sagt Shigeru Ida vom Tokyo Institute of Technology in Japan.
Als ein Team von amerikanischen, japanischen und chilenischen Astronomen zum ersten Mal auf den neuen Exoplaneten blickten, erwarteten sie zumindest eine ähnliche Eigenschaft wie Jupiter. „Keines unserer Modelle zeigte, das die Natur einen Planeten wie diesen auf den wir gerade blickten machen kann“ so Bun'ei Sato vom Okayama Astrophysical Observatory.
Entdeckt wurde der Planet als er gerade an der Vorderseite des Sterns vorbeiflog und diesen kurzfristig leicht verdunkelte. „Wenn dies passiert, sind wir in der Lage die physikalische Größe des Planeten, ob er einen festen Kern hat und woraus seine Atmosphäre besteht zu kalkulieren“ sagt Debra Fischer von der San Francisco State University.
Der Planet in einer Umlaufbahn um den Stern HD 149026 hat annäherungsweise die gleiche Masse wie der Planet Saturn, aber einen wesentlich kleineren Durchmesser. Für einen Umlauf um den Stern benötigt er nur 2,87 Tage und die Temperatur der oberen Atmosphäre beträgt 2.000 Grad Fahrenheit. Vorläufige Schätzungen gehen davon aus, dass der Planet einen festen Kern von der 70-fachen Masse der Erde hat.
Dies ist der erste beobachtbare Beweis für die so genannte "core accretion" Theorie, wie ein Planet entsteht. Wissenschaftler haben nämlich bisher zwei konkurrierende Theorien, wie Planeten entstehen. Wobei beide Theorie von einer Gas- und Staubwolke ausgehen, die durch die eigene Schwerkraft kollabiert und so eine Sonne mit einer protoplanetarischen Scheibe hervorbringt. Doch wie genau dabei die Planeten entstehen, ist nicht überall gleich anerkannt.
In der "gravitational instability" Theorie, entstehen Planeten durch den schnellen Kollaps der dichten Wolke selbst und müssen nicht erst „wachsen“. In der "core accretion" Theorie hingegen starten Planeten als kleine eisige Felsbrocken die durch ihre Gravitationskräfte umliegende Materie anziehen und so an Größe gewinnen. Der nun entdeckte Exoplanet unterstützt insofern die zweite These, da die Wissenschaftler Zweifel daran haben, das bei einem schnellen Kollaps ein derart großer Kern entstehen könnte.
„Dies ist eine Bestätigung für die Wachstums Theorie, bei der Entstehung von Planeten und ein Beweis dafür, das es Planeten dieser Art in Überfluss gibt“ sagt Greg Henry von der Tennessee State University. Er entdeckte die kurzfristige Verdunklung des Sterns mit seinem automatischen Teleskop am Fairborn Observatory am Mount Hopkins in Arizona.
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