|
29.06.2005 - Ein Bild des Chandra Röntgenstrahlen Observatoriums enthüllt, das die Ringe des Planeten Saturn im Röntgenstrahlbereich glitzern.
Die wahrscheinlichste Quelle für diese Strahlung ist die Fluoreszenz verursacht durch solare Strahlung, die auf die Sauerstoffatome der Wassermoleküle auftrifft, aus denen sich die eisigen Ringe zusammensetzen.
Wie das Bild zeigt, kommt die meiste Röntgenstrahlung aus dem B-Ring (der helle innere Ring), welcher einen Durchmesser von 25.000 Kilometern hat und sich 40.000 Kilometer über der „Oberfläche“ des Planeten befindet.
Es gibt Anzeichen für eine Konzentration der Röntgenstrahlung auf der Morgenseite (linke Seite) der Ringe. Eine mögliche Erklärung dafür ist eine Verbindung der Röntgenstrahlung mit optischen Eigenschaften auch Speichen (engl. spokes) genannt.
Speichen, welche als radiale Schatten in den Ringen erscheinen, werden durch durchlässige Wolken aus feinen Eis- und Staubpartikeln erzeugt. Sie steigen über die Ringoberfläche auf und halten sich etwa eine Stunde, bevor sie sich wieder auflösen. Es wird vermutet, dass die Speichen durch Einschläge von Meteoriten verursacht werden, die mitten in der Nacht und in den frühen Morgenstunden häufiger sind, da in dieser Zeit die relative Geschwindigkeit der Ringe durch eine Wolke von Meteoriten größer wäre und damit auch die Einschlagswahrscheinlichkeit höher.
Die höhere Röntgenstrahlhelligkeit auf der Morgenseite der Ringe könnte also auf die zusätzliche Fluoreszenz der durchsichtigen Eiswolken zurückgeführt werden, die auch die Speichen produzieren. Diese Erklärung würde auch eine andere Beobachtung des Saturns durch Chandra erklären, welche zeigen, dass sich die Helligkeiten der Ringe von Woche zu Woche teilweise deutlich variiert.
|