|
25.04.2005 - Eine neue ESA Studie sagt aus, das das verheerende Sumatra Erdbeben dem der tragische Tsunami vom 26. Dezember 2004 folgte eine Narbe auf der Gravitationskarte der Erde hinterlassen hat, die möglicherweise von einem empfindlichen Satelliten, der nächstes Jahr starten soll, entdeckt wird.
Das Erdbeben von Sumatra hatte eine Stärke von 9 auf der nach oben hin offenen Richterskala und verbreitete Tod und Verwüstung, als es Ende letzten Jahres auftrat. Glücklicherweise sind Erbeben dieses Ausmaßes sehr selten und ereignen sich etwa alle zwei Jahrzehnte an verschiedenen Orten.
Seismologische Daten deuten darauf hin, das durch das Erdbeben und der gewaltigen Wasserverschiebung, die dadurch stattgefunden hat, das Gravitationsfeld der Erde verändert wurde, wie Roberto Sabadini und Giorgio Dalla Via, von der University of Milan berichten.
Sie fanden heraus, das sich das Erdgravitationsfeld ähnlich wie vor sechs Jahren verformt hat, als die patagonischen Eisfelder, südlich von Südamerika, geschmolzen sind.
Es mag überraschen, dass das Erdgravitationsfeld nicht auf allen Punkten des Erdglobus gleich ist, doch es variiert in kleinen Bruchteilen durch die Präsenz von Bergen oder tiefen Gräben im Ozean.
Um deshalb an halbwegs vernünftige Messdaten über das Gravitationsfeld zu kommen, führte man die hypothetische Form der Erde ein, den so genannten „Geoid“, auf dem an allen Punkten die gleiche Gravitationskraft herrscht.
Wenn sich also durch ein Seebeben gewaltige Wassermassen bewegen oder der Meeresspiegel durch das Schmelzen von Eisfeldern steigt, ändert sich regional das Gravitationsfeld und auch die Höhe des Geoid steigt. So löste das Sumatra Beben eine Erhöhung von 18 mm aus, eine extreme Steigerung für den Geoid.
Genau werden wir es aber erst wissen, wenn der Gravity Field and Ocean Circulation Explorer (GOCE) der europäischen Weltraumbehörde ESA nächstes Jahr startet. Dieser ist mit einem Gradiometer ausgestattet und kann daher selbst ultrasensible Änderungen aufspüren. Außerdem wird er auch einen Beitrag zur Klimamessung liefern, da Klimaänderungen Spuren im Wasserkreislauf der Ozeane hinterlassen.
„Diese Arbeit ist an der Grenze der Geophysik und der perfekte Abschluss für die Seismologie“ sagt Sabadini.
|