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16.04.2005 - Vorbeischauen und etwas finden? Einige Forscher glauben, dass es Wasser auf dem Mond gibt, das in Reichweite von menschlichen Entdeckern liegt.
Das Objekt am Abendhimmel, dass die meisten von uns zuerst sahen, der Mond, bleibt ein Geheimnis. Gejagt von Poeten, von Verliebten angeschaut, über Jahrhunderte genau von Astronomen untersucht, seit 50 Jahren durch Geologen geprüft, von 12 Menschen besucht, ist dies der Begleiter Erde.
Und während wir zum Mond schauen und daran denken eine dauernde Heimat dort aufzubauen, ist eine neue Frage von höchster Wichtigkeit: Gibt es Wasser auf dem Mond? Auch wenn nie direkt welches entdeckt wurde, legen neueste Beweise nahe, dass es welches gibt.
Warum sollte es Wasser auf dem Mond geben? Einfach aus dem gleichen Grund, warum es Wasser auf der Erde gibt. Eine favorisierte Theorie ist, dass Wasser, entweder als Wasser selbst oder als seine Komponenten Wasserstoff und Sauerstoff, während der Frühzeit der Erdgeschichte dort eingelagert wurde -- hauptsächlich während einer Periode von "spätem Bombardement" vor 3,9 Milliarden Jahren -- durch Einschläge von Kometen und Asteroiden. Da der Mond den gleichen Raumabschnitt mit der Erde teilt, sollte er ebenfalls einen Teil Wasser abbekommen haben. Da er jedoch nur einen kleinen Teil der Anziehungskraft der Erde besitzt, sollte dass meiste der Wasservorräte verdampft und vor langer Zeit in den Weltraum entwichen sein. Das meiste, aber vielleicht nicht alles.
Im Altertum dachten die Beobachter, dass der Mond Wasser im Überfluss besitzt -- Fakt ist, dass die großen Lavaebenen, wie Mare Imbrium, maria, oder Seen, genannt wurden. Aber als Neil Armstrong und Buzz Aldrin im Jahre 1969 auf dem Mond landeten, traten sie im Meer der Ruhe nicht in Wasser, sondern auf basaltischen Fels. Niemand war deswegen überrascht -- die Idee der lunaren Seen wurde Jahrzehnte vorher durch die Annahme von Lavaebenen ersetzt.
Als Mitte der 1960er Jahre die Vorbereitungen für das Apollo Programm liefen, tauchten Fragen nach Wasser auf dem Mond nur selten auf. Geologen und Astronomen waren zu jener Zeit gespalten darüber, ob die Mondoberfläche ein Resultat vulkanischer Kräfte von unten oder kosmischer Kräfte von oben sei. Grove Carl Gilbert hatte schon im Jahr 1893 die Antwort. Der berühmte Geologe schlug vor, dass große asteroidenartige Objekte den Mond trafen und die Krater formten. Ralph Baldwin formulierte die gleiche Idee 1949 und Gene Shoemaker griff sie erneut um 1960 herum auf. Shoemaker, fast alleine unter den Geologen seiner Zeit, betrachtete den Mond als ergiebiges Objekt für Feldstudien. Er betrachtete die Krater auf dem Mond als Einschlagstellen, die sich nicht langsam über die Zeit entwickelten, sondern explosiv innerhalb von Sekunden.
Die Apollo Flüge bestätigten, dass die dominanten geologischen Prozesse auf dem Mond einschlagsbedingt sind. Diese Entdeckung warf eine neue Frage auf: Da Wasser auf der Erde hauptsächlich von großen Kometen und Asteroiden stammt, könnte nicht dieser Prozess auf dem Mond das Gleiche hervorgerufen haben? Und könnte etwas von dem Wasser immer noch dort sein?
Lunar Prospector opferte sich eventuell selbst bei der Suche. Als die primäre Mission des Raumschiffes abgeschlossen war, entschied die NASA Prospector nahe dem Südpol des Mondes abstürzen zu lassen, in der Hoffnung ein bisschen der dünnen Wasserschicht freizusetzen. Der Erdbegleiter könnte kurz zu einem Kometen werden, wenn Wasserdampf freigesetzt wird.
Im Jahr 1994 umkreiste das SDI-NASA Clementine Raumschiff den Mond und kartografierte ihn. Bei einem Experiment sendete Clementine Radiosignale in einen Krater nahe dem Südpol des Mondes. Die Reflexionen, durch Antennen auf der Erde empfangen, schienen von vereistem Material zu stammen.
Das macht auch Sinn. Wenn es auf dem Mond Wasser gibt, versteckt es sich wahrscheinlich in der ständigen Dunkelheit von tiefen, kalten Kratern, ist so sicher vor dem Sonnenlicht und fest gefroren.
So weit so gut, aber ... Clementine´s Daten waren nicht schlüssig und als Astronomen mit dem riesigen Arecibo Radar in Puerto Rico versuchten Eis in den gleichen Kratern zu finden, fanden sie nichts. Vielleicht lag Clementine irgendwie falsch.
Im Jahr 1998 schickte die NASA ein weiteres Raumschiff, den Lunar Prospector, zur Überprüfung. Mit einem Gerät, genannt Neutronen Spektrometer, tastete der Lunar Prospector die Mondoberfläche nach Wasserstoff-reichen Materialien ab. Erneut zeigten die Mondkrater ein verblüffendes Ergebnis: die Neutronenrate deutete auf Wasserstoff hin. Könnte es das "H" im H2O sein? Viele Forscher vermuten es.
Lunar Prospector stürzte ab und mehrere Forscherteams versuchten erfolglos die Wolke zu entdecken. Entweder es gab dort kein Wasser, oder es war nicht genug Wasser um es mit Teleskopen auf der Erde zu entdecken, oder die Teleskope schauten nicht genau an die richtige Stelle. Wie auch immer, es wurde durch den Einschlag von Prospector kein Wasser gefunden.
Im Jahr 2008 wird die NASA ein neues Raumschiff zum Mond schicken: den Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO), ausgestattet mit weiterentwickelten Sensoren die Wasser auf mindestens 4 verschiedene Arten entdecken können. Wissenschaftler sind zuversichtlich, dass LRO die Frage nach Wasser auf dem Mond ein für alle mal beantworten kann.
Unser Interesse ist nicht nur wissenschaftlicher Natur. Wenn wir wirklich eine Basis auf dem Mond bauen, würde das Vorhandensein von Wasser einen gewaltigen Vorteil bei deren Bau und Betrieb bieten. Es ist 35 Jahre her, dass wir den Mond zum ersten Mal betraten. Nun schauen ehrgeizige Augen erneut zu unserem Begleiter, nicht nur als einen Platz zum Besuchen, sondern als einen Ort zum Leben.
Autor: Frank Erhardt
Science@NASA - Deutsche Übersetzung
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