Das Rätsel um Sednas verlorenem Mond ist gelöst

07.04.2005 - Als der Planetoid Sedna im äußeren Bereich unseres Sonnensystems entdeckt wurde, war er für die Wissenschaftler ein Rätsel. Besonders seine langsame Rotationsperiode konnte nicht erklärt werden. Bis jetzt.

Im Gegensatz zu den anderen Objekten in unserem Sonnensystem rotiert Sedna, nach ersten Messungen, mit einer Rotationsperiode von 20 Tagen ehr gemächlich um seine eigene Achse. Deshalb kamen die Astronomen auf die Idee das ein Mond die Rotation verlangsamt, jedoch fand das Hubble Weltraumteleskop keine Anzeichen für einen Begleiter.

Neue Messungen des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics deuten jedoch darauf hin, das kein Mond notwendig ist, um seine Rotationsperiode zu erklären. Zumal die neueren Messungen zeigen, das Sedna sich alle 10 Stunden um seine Achse dreht und damit wesentlich schneller rotiert, als bislang gedacht. Diese kurze Rotationsperiode ist typisch für Planetoiden in unserem Sonnensystem und benötigt als Erklärung keine externen Einflüsse.

„Wir haben das Rätsel um den fehlenden Mond von Sedna gelöst. Wir konnten den Mond nicht entdecken, da es ihn niemals gegeben hat“ so Scott Gaudi vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics.

Sedna ist ein geheimnisvolles Objekt in 500 AU Entfernung und benötigt 10.000 Jahre für einen Umlauf um die Sonne, dabei kommt er unserem Zentralgestirn nicht nähr als 80 AU. Zum Vergleich, der äußerste Planet unseres Sonnensystems, Pluto, hat eine Umlaufperiode von 248 Jahren und ist zwischen 30 und 50 AU von der Sonne entfernt.

Im Gegensatz zu früheren Messungen bei denen Astronomen kleine Helligkeitsfluktuationen von Sedna gemessen haben und so auf eine Rotationsperiode von 20-40 Tagen kamen, benutzten die Astronomen diesmal das neue MegaCam Instrument des 6.5-meter-diameter MMT Telescope am Mount Hopkins. Sie maßen Sednas Helligkeit und periodische Schwankungen, aus denen sie mithilfe eines Computermodells auf eine Rotationsperiode von nicht weniger als 5 Stunden und nicht mehr als 10 Tagen kamen.

Die Astronomen werden Sedna noch weiter beobachten, um mehr über diese rätselhafte Welt am Rand unseres Sonnensystems zu erfahren.

„Sedna ist ein einzigartiges Objekt in unserem Sonnensystem und alles was wir darüber lernen können hilft uns mehr über seinen Ursprung zu erfahren“ sagt Kris Stanek.

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