|
24.03.2005 - Zwei Teams von Astronomen, eins geführt von David Charbonneau vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, und das andere geführt von Drake Deming, haben zum ersten Mal direkt das Licht von zwei verschiedenen extrasolaren Planeten aufgespürt.
Diese neuen Entdeckungen eröffnen ein neues Kapitel auf dem Gebiet der Erforschung extrasolarer Planeten. Forscher können nämlich nun direkt die charakteristischen Merkmale wie Farbe, Reflexion und Temperatur messen und vergleichen.
„Es ist eine großartige Erfahrung, das wir das Glühen einer entfernten Welt erkennen“ so Charbonneau. „Als ich die Daten zum ersten Mal sah, war ich entzückt.“
Aufgespürt wurden die beiden Planeten dadurch, das sie ihren Zentralstern verdunkeln, wenn sie, aus Sicht der Erde, an seiner Front vorbeiziehen. Und auch wenn diese periodischen Schwankungen in der Helligkeit nur sehr gering sind (abhängig von der Größe des extrasolaren Planeten), konnten die Astronomen mithilfe des Spitzer Weltraumteleskops den Planeten TrES-1 im Infrarotbereich beobachten. Deming und sein Team benutzten hingegen Spitzers Multiband Imaging Photometer (MIPS) um den Planeten HD 209458b zu erforschen.
Der Infrarotbereich ist insofern vorteilhaft, da der Stern im sichtbaren Spektrum des Lichts den Planeten um das 10.000-fache überstrahlt und im Infrarotbereich „lediglich“ um das 400-fache.
Durch das Beobachten mit dem Spitzer Weltraumteleskop, kombiniert mit Daten aus älteren Beobachtungen, wurde bestätigt, das TrES-1 eine Oberflächentemperatur von 1060 Kelvin besitzt und nur 6,4 Millionen Kilometer vom Stern entfernt ist. Außerdem reflektiert dieser Planet nur 31 % des Lichtes, mit dem er angestrahlt wird.
Guillermo Torres, ebenfalls vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, fand durch Computersimulationen heraus, das der Planet aufgrund der starken Gezeitenkräfte des Sterns, auf einem nahezu kreisrunden Orbit seine Bahnen zieht.
|