|
21.02.2005 - Vergessen Sie „Independence day“ oder „War of the worlds“. Eine monströse kosmische Explosion, die im Dezember aufgezeichnet wurde, stellt nach Meinung des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics, die größte Gefahr für das Leben auf der Erde da.
Der Gammastrahlenflare, welcher kurze Zeit sogar den Vollmond überstrahlt hat, ereignete sich irgendwo in den Weiten der Milchstraße. Jedoch innerhalb einer Entfernung von 50.000 Lichtjahren und trotz dieser großen Entfernung hatte dieser Flare Einfluss auf die Ionosphäre der Erde. Hätte sich ein ähnlicher Flare innerhalb von 10 Lichtjahren um die Erde ereignet, hätte dies die gesamte Ozonschicht zerstört und eine tödliche Strahlung verbreitet.
„Astronomisch gesprochen, ereignete sich diese Explosion in unserem Hinterhof. Wäre dies in unserem Wohnzimmer passiert, hätten wir große Probleme“ so Bryan Gaensler.
Der gigantische Flare wurde am 27. Dezember 2004 entdeckt und stammt von einem exotischen Neutronenstern. Nie zuvor wurde eine stärkere Explosion in unserer Galaxie aufgezeichnet.
„So ein Ereignis tritt nur einmal in der Lebensspanne eines Astronomen auf, genau wie für einen Neutronenstern“ sagt David Palmer vom Los Alamos National Laboratory. „Wir kennen nur zwei ähnliche gigantische Flares, die sich in den letzten 35 Jahren ereignet haben, doch der Ausbruch im Dezember war 100-mal stärker.“
Der erst vor kurzem gestartete Swift Satellit der NASA und das Very Large Array (VLA) sind nur zwei Observatorien die dieses Ereignis, ausgehend vom Neutronenstern SGR 1806-20 im Sternenbild Sagittarius (Schütze), beobachtet haben.
Neutronensterne bilden sich aus kollabierten massereichen Sternen und sind sehr dichte, sich schnell drehende, hoch magnetische Objekte mit nur einem Durchmesser von 10- 15 Kilometern. Doch SGR 1806-20 ist ein besonderer Neutronenstern, er gehört zur seltenen Klasse der Magnetare, mit einem ultrastarken Magnetfeld. Bislang sind nur 10 dieser Stern in unserer Galaxie entdeckt worden.
"Glücklicherweise befinden sich keine Magnetare im der näheren Umgebung der Erde. Eine Explosion wie diese könnte einem den Tag verderben“ so Yosi Gelfand.
Das mächtige Magnetfeld eines Magnetars erzeugt einen Gammastrahlenflare in einem gewalttätigen Prozess genannt magnetic reconnection, bei dem ungeheure Energien freigesetzt werden. In einem ähnlichen Prozess, jedoch sehr viel schwächer, entstehen auch solare Flares.
Durch das VLA und drei weiteren Radioteleskopen wurde entdeckt, dass sich das ausgestoßene Material mit 30 % der Lichtgeschwindigkeit ausgebreitet hat.
|