Die verschwundene Materie

03.02.2005 - Neue Daten des Chandra Röntgenstrahlen Observatorium lösen vielleicht das Geheimnis der "missing matter", neben der Dunklen Materie und der Dunklen Energie, ein weiteres Phänomen der modernen Astronomie.

Die Illustration zeigt die Absorption von Röntgenstrahlen vom Quasar Mkn 421 durch zwei intergalaktische Wolken von diffusem heißem Gas und einen Teil des Röntgenstrahlspektrums des Quasars. Jedoch liefert das Spektrum Hinweise darauf, dass noch eine dritte Wolke heißen Gases die Strahlung filtert.

Die Senken in dem Röntgenstrahlspektrum entstehen dadurch, dass die Röntgenstrahlen durch Ionen in den heißen Gaswolken absorbiert werden. Dabei stellen die Orangefarbenden Senken Absorptionen in unserer eigenen Galaxie oder in der Lokalen Gruppe dar und sind nur wenige Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, wohingegen die Grün- und Rotfarbenden Senken Wolken in 150 Millionen und 370 Millionen Lichtjahre repräsentieren.

Die Röntgenstrahlabsorption durch Ionen von Kohlenstoff, Stickstoff, Sauerstoff und Neon wurden im gesamten Röntgenstrahlspektrum entdeckt. Die heißen Gaswolken haben dabei eine Temperatur von 1 Million Grad Celsius. Durch die Kombination der Röntgenstrahldaten mit Observationen von ultravioletten Wellenlängen kann man die Anzahl der Atome und Ionen in allen Typen schätzen.

Die Chandra Daten von Mkn 421 liefern starke Beweise dafür, dass ein großer Anteil der Atome und Ionen für das große "fehlende Materie" Problem verantwortlich sind. Das "fehlende Materie" Problem, ist nicht verwandt mit der Dunklen Materie oder der Dunklen Energie und wurde entdeckt, als Astronomen bei verschiedenen Messungen eine gute Schätzung der Materie im frühen Universum durchführen konnten. Doch wie dem auch sei, heute gibt es nur noch etwa 50 % dieser Materie, die Hälfte aller Atome und Ionen sind also verschwunden.

Durch die Analyse der neuen Chandra Daten ist es aber möglich, dass die Hälfte der Materie nicht verschwunden, sondern lediglich verdeckt ist.

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Copyright: NASA/SAO/CXC/F.Nicastro


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