Es ist kein Komet, es ist ein Pulsar

24.09.2004 - Astronomen haben ein Röntgenbild benutzt um eine erste, detaillierte Untersuchung des Verhaltens von Hochenergie-Partikeln um einen sich bewegenden Pulsar zu machen.

Das Bild, von NASA´s Chandra Röntgenstrahlen Observatorium zeigt die Schockwelle, die von einem Pulsar, der sich mit Überschallgeschwindigkeit durch den interstellaren Raum bewegt, erzeugt wird. Die Resultate werden für ein besseres Verständnis von Theorien sorgen, die die Erzeugung von starken Winden aus Materie und Antimaterie durch Pulsare erklären.

Chandra's Bild von der glühenden Wolke, bekannt als "the Mouse", zeigt eine stabile, helle Säule bestehend aus Hochenergie-Partikeln, die etwa 4 Lichtjahre lang ist und durch die Interaktion des Pulsars mit der interstellaren Materie erzeugt wird. Die intensive Quelle am Kopf der Säule im Röntgenlicht ist der Pulsar, der sich schätzungsweise mit 2.1 Millionen Kilometern pro Stunde durch den Weltraum bewegt.

Eine kegelförmige Wolke von Radiowellen- Emittierenden Partikeln umgibt die Säule. "The Mouse", a.k.a. G359.23-0.82 wurde im Jahr 1987 von Radioastronomen, mit dem National Science Foundation's Very Large Array in New Mexico, entdeckt. Seinen Namen hat es durch seine Erscheinung auf Radiowellen-Bildern bekommen die eine kompakte Schnauze, einen kugeligen Körper und ein bemerkenswert langes, schmales Hinterteil zeigen, das etwa 55 Lichtjahre lang ist.

"Es sind einige Dutzend Pulsar-Wind Nebel bekannt, inklusive dem spektakulären "Krebsnebel", aber keiner hat die Kombination der "Maus" von relativ jungem Alter und unglaublich schneller Bewegung durch den interstellaren Raum," sagt Bryan Gaensler vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics und Hauptautor eines Berichts über "The Mouse" der in der kommenden Ausgabe des "Astrophysical Journal" erscheinen wird. "In der Tat sehen wir einen kosmischen Überschallgeschwindigkeits-Windkanal, in dem wir die Effekte der Bewegung des Pulsars auf seinen Pulsar-Wind Nebel untersuchen und aktuelle Theorien testen können."

Pulsare sind dafür bekannt, sich sehr schnell drehende Neutronensterne zu sein - Objekte so dicht, dass eine Masse, vergleichbar mit der der Sonne in einen Durchmesser von ca. 19 Kilometer gepackt ist. Ihre Bildung wird mit einer Typ II Supernovae in Verbindung gebracht, dem Kollaps und der Explosion eines massiven Sterns. Der Ursprung der hohen Geschwindigkeit eines Pulsars ist nicht bekannt, aber viele Astrophysiker glauben, dass die Gründe dafür direkt in den Umständen der Explosion, die zu einem Pulsar führen, zu suchen sind.

Die schnelle Rotation und das starke magnetische Feld eines Pulsars können einen Sturm von hochenergetischen Materie- und Antimaterieteilchen erzeugen, die sich nahezu mit Lichtgeschwindigkeit bewegen. Diese Pulsar-Stürme erschaffen riesige, magnetisierte Blasen von Hochenergieteilchen, genannt Pulsar-Wind Nebel. Die Röntgen- und Radiodaten der "Maus" haben Gaensler und seine Kollegen in die Lage versetzt die Eigenschaften des umgebenden Gases einzugrenzen, die Geschwindigkeit des Pulsars abzuschätzen und die Struktur der verschiedenen Schockwellen hervorgerufen durch den Pulsar, zu analysieren, sowie das Magnetfeld in dem Nebel zu bestimmen.

Der Pulsar in der "Maus" wurde als erstes von Camilo et al. im Jahr 2002 mit Hilfe des Australia's Parkes radio telescope entdeckt. Chandra eobachtete "The Mouse" am 23. und 24. Oktober 2002.

Autor: Frank Erhardt

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Copyright: NASA/CXC/SAO/B.Gaensler et al. Radio: NSF/NRAO/VLA


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