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21.07.2004 - Wenn Voyager 1 normalerweise Signale ans das Deep Space Network der NASA sendet, gibt es da nicht viel zu berichten, schließlich ist die Sonde 14,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt am Rand unseres Sonnensystems. Dort ist es für gewöhnlich ruhig, dunkel und ereignislos, doch dies wird sich bald ändern.
Ein solar blast wave (Solare "Druckwelle") ist in Richtung Voyager 1 unterwegs "und könnte jeden Moment dort eintreffen" so Ed Stone Projektwissenschaftler am JPL der NASA.
Zur Erinnerung, im Oktober und November letzten Jahres entfesselten riesige Sonnenflecken die stärksten Sonnenflares der Geschichte und schleuderten in so genannten coronal mass ejections (CMEs) Milliarden von Tonnen heißen Gases ins Sonnensystem. Dadurch waren die Nordlichter bis in den Süden Floridas zu sehen und unser Planet hatte für Wochen einen zusätzlichen Strahlungsgürtel. Bei ähnlichen Ereignissen, wie am 13. März 1989, ist in großen Teilen Kanadas das Stromnetz zusammengebrochen und Satelliten wurden funktionsunfähig.
Nun ein Jahr später reden die meisten Menschen nur noch wenig über dieses Ereignis doch der Sturm ist noch nicht vorbei. Denn diese Wolken rasen noch heute durch unser Sonnensystem, genau auf Voyager 1 zu und auch andere Sonden wurden bereits getroffen.
Als am 28. Oktober 2003 eine CME beim Mars eintraf, setzte sie das Martian Radiation Environment Experiment (MARIE) der Mars Odyssey Sonde außer Betrieb. In darauf folgenden Woche wurden auch die Ulysses Sonde in der Nähe von Jupiter und die Cassini Sonde auf ihrem Weg zum Saturn getroffen, ohne irgendwelche Schäden anzurichten.
Als die CMEs den Saturn trafen zeichneten die Instrumente der Cassini Sonde einen magnetischen Sturm um den Ringplaneten auf, da Saturn ähnlich wie die Erde und Jupiter, ein Globales Magnetfeld besitzt, dessen Magnetosphäre nun erschüttert wurde.
Und im April 2004 wurde die Voyager 2 Sonde getroffen, die baugleich mit Voyager 1 ist. Beide Sonden wurden in den späten 1970er gestartet und untersuchten die Gasriesen. Voyager 2 ist momentan 11,2 Milliarden Kilometer und Voyager 1 wie gesagt 14,5 Milliarden Kilometer entfernt.
Als die CMEs bei Voyager 2 ankamen, hatten diese "nur noch" eine Geschwindigkeit von 600 km/s (als sie die Sonne verließen waren sie noch 1500 - 2000 km/s schnell), so dass die Beeinträchtigung gering war. In der Tat war diese Begegnung ein Glücksfall, denn Voyager 2 maß, indirekt, die Geschwindigkeit der Schockwelle sowie ihre Zusammensetzung, Temperatur und den Magnetismus. Kombiniert mit den Daten von Mars Odyssey, Ulysses und Cassini, sind diese Daten von unschätzbarem Wert so Stone, schließlich sollen eines Tages auch menschliche Astronauten da draußen sein und die Missionsplaner müssen wissen, was sie erwartet.
Aber die Wissenschaftler wissen nicht was passiert, wenn diese CMEs auf die Heliosphäre unseres Sonnensystems treffen, deshalb erwarten die Wissenschaftler gespannt die Daten von Voyager 1.
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