NASA Sonde enthüllt überraschende Anatomie eines Kometen

19.06.2004 - Anfang diesen Jahres sammelte die Stardust Sonde Material von dem Kometen Wild 2, eine erste Analyse der Aufzeichnungen, die bei der Annäherung gesammelt wurden, zeigen überraschende Eigenschaften.

Daten von der historischen Begegnung der Stardust Sonde mit dem Kometen Wild 2 enthüllen eine seltsamere Welt als bislang gedacht. Die unnachgiebige Oberfläche, gesprenkelt mit gewaltigen Gipfeln, tiefen Kratern, steilen Klippen und dutzenden von gewaltigen spuckenden Jets haben die Wissenschaftler sehr überrascht.

"Wir dachten Wild 2 wäre ein bisschen dreckig, schwarz und flaumig wie ein Schneeball" sagt Dr. Donald Brownlee von der University of Washington. "Stattdessen war es geistig überwältigend auf den ersten Bildern von Stardust diverse Landschaftsformen zu sehen, inklusive Spitzen, Gruben und Kratern, welche auf eine zusammenhaltende Oberfläche deuten."

Stardust machte diese Bilder am 2. Januar 2004 als die Sonde gerade einmal 236 Kilometer vom Kometen entfernt war. Die Bilder zeigen Gipfel von 100 m Höhe und Krater von 150 m Tiefe. Einige Krater sind sogar umgeben von herausgeschleudertem Material.

"Wir wissen, dass die Eigenschaften von Wild 2 durch verschiedene Prozesse geformt wurden. Es mag sogar sein, das Wild 2 nicht viel den anderen Kometen gemein hat, aber er ist ganz sicher unterschiedlich zu allen anderen Körpern in unserem Sonnensystem" so Brownlee.

"Eine andere große Überraschung war die Menge und das Verhalten von Jets aus Partikelteilchen die aus der Oberfläche des Kometen herausschießen. Wir haben mit ein paar solcher Jets gerechnet doch waren wir überrascht mehr als zwei Dutzend während des Vorbeiflugs zu entdecken" sagt Dr. Benton Clark von Lockheed Martin Space Systems.

"Stardust wurde wirklich geschlagen. Er flog durch drei riesige Jets, die ihn mit Millionen von Teilchen pro Sekunde bombardierten" sagt Thomas Duxbury vom JPL Zwölf Partikel, die größer als eine Gewehrkugel waren, durchschlugen sogar die obere Schicht des Schutzschildes.

Diese gewaltigen Jets bilden sich durch Sublimation, wenn Sonnenstrahlen die Oberfläche aufheizen und so das Eis verdampft, ohne vorher in den flüssigen Aggregatzustand zu wechseln. Im Vakuum des Weltraums schießen die Jets dabei mit einigen hundert km/h hoch.

Die Rückkehr der Stardust Sonde mit Material vom Kometen Wild 2 wird für Januar 2006 erwartet.

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Künstlerische Darstellung von Wild 2
Copyright: NASA


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