Chandra: Neue Erkenntnisse über die Dunkle Energie

20.05.2004 - Eine neue Studie bei der 26 Galaxienhaufen untersucht wurden bestätigt, dass die Expansion des Universums vor 6 Milliarden Jahren zunächst verlangsamt und dann beschleunigt wurde.

Die Cluster wurden sorgfältig ausgewählt und liegen zwischen einer Milliarde und acht Milliarden Lichtjahre entfernt. Auf dem Bild vom Chandra Röntgenstrahlen Observatorium sind die 3 Galaxien Cluster Abell 2029 (1 Milliarde Lichtjahre entfernt), MS2137.3-2353 (3,5 Milliarde Lichtjahre entfernt) und MS1137.5-6624 (6,7 Milliarde Lichtjahre entfernt) abgebildet.

Ein Galaxy Cluster (Galaxiehaufen) ist der Zusammenschluss von hunderten von Galaxien eingebettet in einer Wolke heißen Gases und Dunkler Materie. Bei Dunkler Materie handelt es sich um eine unsichtbare, bislang unbekannte Form der Materie, die wahrscheinlich den Galaxy Cluster zusammenhält. Durch Röntgenstrahl Beobachtungen hat man nun die einzigartige Gelegenheit den Anteil der Masse des heißen Gases und die Masse der Dunklen Materie im Cluster zu bestimmen.

Galaxy Cluster sind die größten gebundenen Strukturen im Universum, eigentlich sollten sie ein gutes Beispiel für die Verteilung der Materie geben. Falls dem so ist, sollte der Anteil des heißen Gases und der Dunklen Materie in jedem Cluster identisch sein.

Eine Analyse der Entfernungen zeigt, dass das Universum zunächst verlangsamt wurde, bevor es vor 6 Milliarden Jahren angefangen hat zu beschleunigen.

Viele Wissenschaftler vermuten als treibende Kraft für die Expansion des Universums die Dunkle Energie. Dabei handelt es sich nicht um dasselbe wie Dunkle Materie, sondern um eine seltsame Energie, die der Gravitationskraft entgegenwirkt. Dadurch könnte es notwendig werden, dass wir in unserem Verständnis des Universums weitere Dimensionen benötigen oder aber Einsteins Theorien modifizieren müssen.

Angenommen die Dunkle Energie ist wirklich verantwortlich für die Beschleunigung des Universums, durch weitere Daten von Chandra, unter anderem über die kosmische Hintergrundstrahlung, würden sich folgendes Bild ergeben, 75% des Universums besteht aus der Dunklen Energie, 21% aus Dunkler Materie und nur 4 % aus sichtbarer Materie. Unterstützt wird diese These auch durch Beobachtungen des Hubble Weltraumteleskops.

Die neuen Daten von Chandra deuten darauf hin das die Dunkle Energie konstant ist und falls dem so ist, könnte das Universum ewig expandieren. Es könnte aber auch sein das die Dunkle Energie langsam mit der Zeit zunimmt in diesem Fall würden eines Tages die Galaxien, Sterne, Planeten und selbst die Atome auseinander gerissen. Diesen Fall nennt man "The Big Rip".

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Copyright: NASA/CXC/IoA/S.Allen et al.


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