Unsichtbare Giganten entblößt durch Spitzer

14.04.2004 - Versteckt hinter einem Vorhang staubiger Dunkelheit lauert eine der gewalttätigsten Ablagen von Sternentstehungen in unserer Galaxie. Dieser stellare Kindergarten befindet sich in DR21, einer Region die aufgrund des kosmischen Staubs unsichtbar für das menschliche Auge ist.

Erst im Infrarotbereich, aufgenommen durch das Spitzer Weltraumteleskop, enthüllt sich ein wahres Feuerwerk massiver Sterne. Die Größten unter ihnen sind etwa 100.000-mal heller als unsere Sonne.

"Wir haben bislang so etwas noch nicht gesehen" sagt Dr. William Reach vom California Institute of Technology. "Die massiven Sterne zerreißen die umgebenden Wolken aus Gas und Staub in ihre Einzelteile."

Die Region, in der das passiert, befindet sich etwa 10.000 Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Schwan und gehört zu den turbulentesten Regionen der Milchstraße. Normalerweise ist diese Region so in Staub eingehüllt, dass das sichtbare Licht nicht entkommen kann. Vorherige Aufnahmen im Radio und nahen Infrarotbereich zeigten lediglich die Spitze des Eisbergs.

Erst mit den hoch empfindlichen Infrarotdetektoren des Spitzer Weltraumteleskops ist man in der Lage die Sterne hinter dem Staub zu erkennen. Das Falschfarbenbild zeigt eine gigantische Region mit DR21 im Mittelpunkt.

Die roten Fäden, die sich horizontal und vertikal ausdehnen, enthalten übrigens organische Komponenten mit der Bezeichnung polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (polycyclic aromatic hydrocarbons).

Unterhalb von DR21 befinden sich eindeutige Regionen von Sternentstehungen, die niemals zuvor in diesem Detailreichtum aufgenommen worden sind. Die große verwirbelte Wolke auf der linken Seite ist ebenfalls eine stellare Kinderstätte ähnlich DR21, aber mit kleineren Sternen. Des weiteren ist eine Blase am unteren Rand zu erkennen, die möglicherweise von einer älteren Sterngenerationen gezeugt wurde.

Das Spitzer Weltraumteleskop wurde am 25. August von Cape Canaveral aus gestartet und ist das vierte und letzte des NASA's Great Observatories Programm, zu denen auch das Hubble Weltraumteleskop und das Chandra Röntgenstrahlen Observatorium gehört.

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