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04.12.2003 - Insgesamt 50 Millionen Euro soll das neue Radioteleskop kosten, das ab 2004 im Norden Hollands gebaut werden soll. Dabei wird das Teleskop sogar andere Länder "betreten", da dieses Radioteleskop einen Durchmesser von 350 Kilometern haben soll.
Das digitale Radioteleskop LOFAR (Low Frequency Array) entsteht unter der Führung des holländischen Instituts ASTRON (Dwingeloo). Der Prototyp allerdings wird vom deutschen Max-Planck-Institut für Radioastronomie (MPIfR, Bonn) entwickelt. Das Besondere an diesem Radioteleskop ist, dass es sich über 350 Kilometer erstreckt!
Das Prinzip ist ganz einfach für so ein Monsterteleskop: Es werden rund 25.000 einfache Radiosensoren (Dipolen) in Europa angebracht, die alle über eine neuartige Internetleitung (diesen Anschluss würde ich auch gerne haben: 10 Terabit/sek) mit einem der zentralen Computer verbunden sind. Dabei kann das Teleskop gleichzeitig in verschiedene Richtungen schauen und in Bruchteilen von einer Sekunde die "Sehrichtung" ändern.
"Dies ist ein wichtiges Signal für die Zukunft der Radioastronomie in Europa und ein erster Schritt hin zu der nächsten Generation neuartiger Instrumente" sagt Dr. Anton Zensus, Direktor am Max-Planck-Institut für Radioastronomie und Mitglied im Leitungsgremium des internationalen Square-Kilometer-Array Projekts (SKA). "Radioastronomen aus der ganzen Welt arbeiten im Moment zusammen, um im nächsten Jahrzehnt gemeinsam über ein Teleskop mit der äquivalenten Sammelfläche eines Quadratkilometers zu verfügen - diesem Ziel sind wir nun ein schönes Stück näher."
Das fertige Bild, wird erst am Computer durch die Informationen der Radiosignale erstellt.
"Dieses Teleskop ist ein radikaler Bruch mit bisherigen Konzepten und gibt uns eine Flexibilität, die in der Astronomie ihresgleichen sucht" betont Professor Heino Falcke, "Senior Scientist LOFAR" bei ASTRON. "Damit erreichen wir eine um den Faktor 1000 höhere Empfindlichkeit und Sehschärfe im Vergleich zu allem, was bisher im Frequenzbereich von LOFAR möglich war - es wird viel Neues zu entdecken geben."
LOFAR untersucht Radiowellen im Bereich von 10-200 Megahertz. Diese Radiowellen sind besonders interessant, weil man damit die Strahlung des frühen Universums beobachten kann. Denn die bekannte "21 Zentimeter-Linie" des atomaren Wasserstoffs bei 1400 Megahertz wird durch die schnelle Expansion des frühen Universums um einen Faktor z=10-20 in den Frequenzbereich von LOFAR verschoben. Damit ist es möglich, die erste Generation von Sternen und Schwarzen Löchern im Universum zu entdecken und das so genannte "Zeitalter der Reionisation" zu untersuchen. Dieses Zeitalter des Universums wird mit dem Übergang vom Chaos des Urknalls zu den ersten makroskopischen Objekten markiert. Außerdem soll nach explodierenden Radioquellen gesucht, die Entwicklung von Schwarzen Löchern und Galaxien im ganzen Universum erforscht werden; die Sonne und das Sonnensystem sollen erkundet und es soll nach hochenergetischen kosmischen Teilchen gesucht werden.
"Dies ist auch ein gelungenes Stück deutsch-niederländischer Zusammenarbeit", freut sich Eugene de Geus, Generaldirektor von ASTRON. "Wir profitieren von der Erfahrung und dem Engagement der deutschen Radioastronomen und gemeinsam werden wir das Teleskop wissenschaftlich ausnutzen."
Autor: Jan Oertlin
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