Chandra hat Probleme

07.11.2003 - Das Röntgenstrahlen Observatorium der NASA verliert nach einem Bericht von New Scientist seine Sicht. Schuld daran ist eine mysteriöse Schmiere, die einen optischen Filter befallen hat und bei bestimmten Frequenzen die Hälfte des einfallenden Lichts blockiert.

Das 2 Milliarden teure Weltraumteleskop Chandra wurde 1999 mit dem Space Shuttle in seine Umlaufbahn gebracht und ist nun von einer sich ausbreitenden mysteriösen Schmiere befallen. Die Aufgabe des Chandra Röntgenstrahlen Observatorium ist das Untersuchen von Phänomenen wie Schwarzen Löchern und Quasaren im Röntgenstrahlenbereich.

Die Astrophysikerin Jane Turner vom Goddard Space Flight Center der NASA war eine der ersten die bemerkte, dass etwas seltsames vor sich ging. Sie verglich Daten vom Chandra Instrument Advanced CCD Imaging Spectrometer (ACIS) mit ähnlichen Daten des europäischen Weltraumobservatorium XMM-Newton und fand einige Unstimmigkeiten im niederen Röntgenstrahlenbereich.

Wissenschaftler fanden schnell heraus, dass es an einem Filter im vorderen Teil des Observatoriums Probleme gibt.

Astronomen hatten erwartet, dass es eine bestimmte Menge von Verunreinigungen im Filter gibt, da manche Materialien des Weltraumteleskops im Vakuum verdampfen und dazu neigen sich an der kältesten Stelle festzusetzen. Doch der Grad der Verunreinigung ist viel höher als befürchtet.

"Es gibt eine 10-mal höhere Kontamination als wir beim Start erwartet haben" sagt Herman Marshall Astrophysiker am MIT. Seit dem Start hat sich eine Schmierschicht von 0,37 Mikrometer gebildet, das ist dicker als der Filter selber.

Die Wissenschaftler sind sich nicht sicher, was die Ursache dafür ist. Analysen der Verunreinigungen zeigen, dass sie Kohlenstoff und Fluor enthalten. Dies könnte auf ein Problem des Schmiermittels hindeuten, das aus Fluorkarbon besteht. Eine andere Quelle des Fluors könnten auch die teflonummantelten Schrauben sein.

Das Schmiermittel wurde gewählt, da es normalerweise nicht bei niedrigen Temperaturen verdampft. Aber Marshall glaubt, dass sich die Kontaminierung ereignet hat, als Moleküle des Schmiermittels unter der mechanischen Belastung zusammengebrochen sind und dann mit Strahlung bombardiert wurden.

Ingenieure arbeiten nun an dem Problem und wollen im Dezember das Instrument erhitzen und hoffen so die Verunreinigungen zu beseitigen.

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