Ein perfekter Sonnensturm

27.10.2003 - Neue bislang unentdeckte wissenschaftliche Daten, des aufgezeichneten stärksten Sonnensturms in der Geschichte, helfen NASA Wissenschaftlern die Auswirkungen zu untersuchen.

In wissenschaftlichen Kreisen werden Sonneneruptionen, magnetische Stürme oder andere solare Events erst seit den ersten Vorfällen am 1.-2. September 1859 diskutiert, vorher waren sie nur Stoff für Legenden.

Jetzt, 144 Jahre später, versuchen Wissenschaftler nachzuvollziehen, was damals passiert ist. Für Stunden waren damals Telegrafenkabel auf dem amerikanischen und europäischen Kontinent kurzgeschlossen, andere fingen Feuer und die Nordlichter, die normalerweise nur in der Nähe des Nordpols sichtbar sind, konnten auch in Rom, Havanna oder Hawaii beobachtet werden, ähnliche Phänomene traten auch am Südpol auf.

"Was im Jahr 1859 passiert ist, war eine Kombination von verschiedenen Ereignissen auf der Sonne, die alle zur selben Zeit stattgefunden haben. Jedes Ereignis für sich selbst wäre nicht besonders erwähnenswert gewesen. Aber zusammen erzeugten sie den stärksten Ausbruch, den die Ionosphäre der Erde in der dokumentierten Geschichte verkraften musste. Was dabei entstanden ist, war ein perfekter Sonnensturm" sagt Dr. Bruce Tsurutani vom JPL.

Das was während der Hundstage im Sommer 1859 auf der Sonne stattgefunden hat, ist folgendermaßen abgelaufen. Seit dem 28. August entdeckten Sonnenbeobachter eine verstärkte Anzahl von Sonnenflecken auf der Oberfläche der Sonne. Diese Sonnenflecken wurden verstärkt in Regionen beobachtet mit extrem starken Magnetfeldern. Die Energie der Magnetfelder wiederum verursachte extrem gewalttätige Sonneneruptionen. Bis am 1. September eine gigantische Sonneneruption auftrat und für eine ganze Minute das Sonnenlicht in der Region verdoppelte.

"Mit der Sonneneruption wurde eine massive Wolke magnetisch geladenes Plasma explosionsartig freigesetzt. Diese Teilchen wurden strahlenförmig freigesetzt, so dass nicht alle in Richtung Erde unterwegs waren. Gewöhnlich hätte es drei bis vier Tage gedauert, bis die Erde davon betroffen gewesen wäre, doch in diesem Fall dauerte es nur 17 h und 40 Minuten" sagt Tsurutani.

Die elektrisch geladenen Partikel trafen auf das Magnetfeld der Erde und überfluteten es. So das elektrisch geladene Teilchen auch in den unteren Atmosphärenschichten auftraten. Das Resultat davon waren die oben beschriebenen Auswirkungen.

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