Besitzt Titan Seen aus Kohlenwasserstoff??

09.10.2003 - Astronomen der Cornell University benutzten das Arecibo Observatory in Puerto Rico, um durch die dichte Atmosphäre des Saturnmonds zu dringen, um Beweise für flüssige Seen aus Kohlenwasserstoff zu finden.

Die Radar Beobachtungen entdeckten ein interessantes Funkeln auf der Oberfläche von Titan, dessen Eigenschaften auf flüssigen Kohlenwasserstoff hindeuten könnten. Der Astronom Donald Campbell, der die Beobachtungen leitete, schließt nicht aus, dass die Beobachtungen auch Reflexionen von sehr glatten Oberflächen sein könnten.

"Die Oberfläche von Titan ist eines der interessantesten Rätsel unseres Sonnensystems, über das wir gerne mehr wissen würden" so Campbell.

Die Beobachtungen wurden erst durch Umbauarbeiten möglich die 1997 am Observatorium durchgeführt worden sind, da erst dadurch eine höhere Sensibilität erreicht wurde. Die Hauptschüssel des Observatoriums hat einen Durchmesser von 305 m und wird geleitet durch das National Astronomy and Ionosphere Center (NAIC).

Campell deutet darauf hin, dass Astronomen seit 20 Jahren darüber spekulieren das die Wechselwirkung der oberen Methanatmosphäre von Titan mit der ultravioletten Sonnenstrahlung zur Folge haben könnte, das riesige Menge flüssigen Kohlenwasserstoffs auf die gefrorene Oberfläche (-179°C) regnen. Campell erklärt weiter, dass die Radarsignale auf ungewöhnliche Weise reflektiert wurden, so wie Sonnenstrahlen auf einen Ozean treffen. Obwohl die darunter liegende Oberfläche wahrscheinlich mit Wassereis bedeckt ist, könnte die komplexe Chemie in den oberen Atmosphärenschichten das Vorhandensein von flüssigem Ethan und Methan und festen Kohlenwasserstoff erklären.

Titan ist doppelt so groß wie unser Mond und der einzige Mond in unserem Sonnensystem mit einer dichten Atmosphäre. Diese Atmosphäre ist zwar undurchsichtig für sichtbare Wellenlänge aber Radarstrahlen und Infrarotwellenlänge können sie ungehindert durchdringen.

Die jetzt veröffentlichten Beobachtungen wurden im Dezember 2001 und 2002 gemacht. Die Radarsignale brauchten für den hin und Rückflug zum Titan auf Grund der großen Entfernung 2,25 Stunden.

Experten aus der ganzen Welt erwarten nun die Ankunft der NASA Sonde Cassini im nächsten Jahr, denn sie wird eine kleine Sonde mit dem Namen Huygens absetzen die auf dem Saturnmond landen soll.

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