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29.05.2003 - Neue Beobachtungen mit dem Robert C. Byrd Green Bank Telescope (GBT) zeigen, das eine als unwichtig eingestufte intergalaktische Wolke, eine unerkannte Satellitengalaxie der Milchstraße ist, die in die falsche Richtung rotiert.
Jay Lockman von der National Radio Astronomy Observatory (NRAO) in Green Bank, West Virginia, entdeckte das Objekt das bislang als "Complex H" bezeichnet wird und das zur Zeit mit den äußersten Teilen unserer Galaxie zusammen stößt und dabei einen retrograden Orbit besitzt.
"Viele Astronomen vermuten das "Complex H" einmal eine weit entfernter Nachbar der Milchstraße war, der sich allen Versuchen widersetzte seine Geschwindigkeit zu bestimmen" sagt Lockman. "Da seine Geschwindigkeit völlig untypisch für eine Galaxie ist, stuften die Astronomen das Objekt als eine Hochgeschwindigkeitswolke ein, das eine seltsame und unberechenbare Flugbahn hat".
Hochgeschwindigkeitswolken (high velocity clouds) sind im Wesentlichen das, was ihr Name schon sagt, sich schnell bewegende Wolke, die vorwiegend aus neutralem Wasserstoff bestehen. Sie werden oft weit entfernt von Galaxien wie unserer Milchstraße entdeckt und gelten als Überbleibsel der Galaxienentstehung in der heimischen Lokalen Gruppe.
Frühere Studien von "Complex H" wurden dadurch behindert, da sich das Objekt hinter dem äußersten Rand unserer Galaxie bewegt und durch die Staubmassen dort verdeckt wurde.
Die Daten die Lockman demnächst in den Astrophysical Journal Letters vorstellt, lassen Rückschlüsse auf Struktur und Orbit von "Complex H" zu. Demnach hat "Complex H" einen Abstand von rund 108.000 Lichtjahren zu dem Zentrum unserer Galaxie und besitzt selber einen Durchmesser von 33.000 Lichtjahren. Seine Umlaufbahn ist um 45 Grad gegen die galaktische Ebene geneigt und seine Masse wird auf 6 Millionen Sonnenmassen Wasserstoff geschätzt.
Allerdings scheint das Schicksal von "Complex H" besiegelt zu sein, da Galaxien wie die Milchstraße dadurch wachsen, indem sie kleinere Galaxien wie "Complex H" sich einverleiben.
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