Hätte die Crew der Columbia gerettet werden können??

23.05.2003 - Amerikanische Medien und die unabhängige Untersuchungskommission beschuldigen die NASA, nicht alles getan zu haben, um die Besatzung der Columbia zu retten.

Offizielles Statement der NASA ist, das die Crew der Columbia nicht hätte gerettet werden könne, auch wenn man die Katastrophe hätte kommen sehen. Entgegen dieser Behauptung beruft sich die amerikanische Zeitung "Florida Today" auf eine interne Studie der NASA, wonach eine Rettung der Crew sehr wohl möglich gewesen wäre. Da die Atlantis gerade überholt worden war und zur Rettung der Columbiacrew hätte eingesetzt werden können.

"Es wäre ein Hochspannungsdrama gewesen, aber es hätte eine realistische Chance gegeben, die Atlantis auf eine Mission zu schicken, die eine vernünftige Chance gehabt hätte, die Crew zurückzubringen", zitiert "Florida Today" einen nicht namentlich genannten NASA Mitarbeiter.

Auch die Untersuchungskommission kommt zu dem Schluss, dass die Raumfähre Atlantis zur Rettung der Crew hätte eingesetzt werden können.

Doch um eine Rettungsmission planen zu können, hätte die NASA im Vorfeld die Lage richtig einschätzen müssen, denn bislang bleibt die Ursache der Katastrophe im Dunkeln. Neben dem Isoliermaterial, das sich beim Start des Space Shuttle gelöst hat und gegen die linke Tragfläche geschlagen ist, kann es auch Weltraumschrott oder ein Meteorit gewesen sein, wobei nicht ausgeschlossen ist, das das Unglück auch eine ganz andere Ursache haben kann.

Auffällig ist jedoch, dass die NASA die Befürchtungen ihrer Mitarbeiter in den Wind geschlagen hat, denn einige Mitarbeiter warnten per Email davor das das Shuttle beim Wiedereintritt auseinander brechen könnte und wollten Spionagesatelliten die Raumfähre untersuchen lassen. Doch der inzwischen zurückgetretene Manager des Shuttleprogramms Ron Dittemore lehnte ab. Er wurde inzwischen durch William Parsons ersetzt.

Des weiteren wurden der NASA Administrator Sean O'Keefe und der Leiter der Untersuchungskommission Hal Gehman vor eine Senatsanhörung zitiert, wo ebenfalls die Fragen gestellt wurden, warum keine Spionage Satelliten eingesetzt wurden, um den Schaden zu begutachten und warum man eine Rettungsaktion für unmöglich hielt. Obwohl O'Keefe seinen leitenden Managern widersprach und deutlich machte, dass man nichts unversucht gelassen hätte, um die Crew zu retten.

Nachdem sich mehrere Quellen dafür ausgesprochen haben die Flüge mit dem Space Shuttle noch im diesen Jahr wieder aufzunehmen, werden nun die Stimmen laut, die das Space Shuttleprogramm ganz einstellen wollen. So äußerte sich der texanische Kongressabgeordnete Joe Barton in einem Interview mit CNN: "Die Raumfähre ist zu gefährlich um mit Menschen an Bord zu fliegen" und "wir sollten die russische Soyuz oder ein neu entwickeltes Shuttle benutzten um Astronauten ins All zu bringen".

Unterdessen sind noch nicht alle Bergungsmissionen abgeschlossen, denn bislang wurden 70.000 Teile mit einem Gesamtgewicht von 39 t geborgen, was ungefähr 37 % des Shuttles ausmacht.

Der vorläufige Abschlussbericht der Untersuchungskommission wird für diesen Sommer erwartet.

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Start der Columbia STS-107
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